E-Mail aus Bangladesch

Der Papst in Myanmar und Bangladesch
Christen in Bangladesh warten auf die Ankunft des Papstes

picture alliance/ZUMAPRESS/Suvra Kanti Das

Christen in Bangladesh warten auf die Ankunft des Papstes

November 30, 2017 - Dhaka, Bangladesh - Bangladeshi Christians wait in a queue to attend mass to be held by Pope Francis in Dhaka, Bangladesh, December 1, 2017. About 80,000 Catholics from around the country were estimated to have joined event

Der Papstbesuch in Myanmar und Bangladesh war brisant, weil es auch um die Rohingyas ging. Auslandspfarrer Markus Lesinski war in Bangladesh dabei

Endlich! Endlich hat er’s gesagt, das R-Wort . . .  Beim Papstbesuch Ende 2017 in Myanmar und Bangladesch schienen alle nur darauf gewartet zu haben, wann Franziskus das Wort „Rohingya“ ausspricht. Der Hintergrund: Im buddhistisch geprägten Myanmar wird die muslimische Minderheit der Rohingya verfolgt und nicht als eigenständige Bevölkerungsgruppe – mit einem eigenen Namen – anerkannt. Nach gewaltsamen Übergriffen des Militärs im Sommer 2017 flohen Hunderttausende in das muslimische Nachbarland Bangladesch. Den ­Namen „Rohingya“ zu verwenden ist in Myanmar ebenso brisant wie die Verfolgung zu kritisieren.

Myanmar ist eine junge ­Demo­-
kratie, das Militär immer noch die bestimmende Macht im Land. Zwar zog mit dem Wahlsieg der Partei von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi 2015 ein Hauch von ­Freiheit ein. Gleichzeitig aber nimmt der Chauvinismus der buddhistischen ­Bevölkerungsmehrheit zu. Diesen spüren auch die Christen, die etwa sechs Prozent der Bevölkerung ausmachen. Vor dem Papstbesuch ­etwa befürchteten kirchliche Würden­träger Übergriffe auf Kirchen und Gemeinden, sollte das „R-Wort“ fallen. Sie hatten den Papst gebeten, dies zu vermeiden. Ähnlich äußerten sich Christen in ­Indien und Bangladesch. Ethnischen und religiösen Nationalismus kennen fast alle südasiatischen Staaten. In Myanmar hat sich Papst ­Fran­zis-kus daran gehalten. In Bangladesch traf er auf Rohingyas. Und da hat er es dann endlich ausgesprochen, im ­Garten des Erzbischofs, am Rande eines interreligiösen Treffens. „Die Gegenwart Gottes heute nennt sich auch Rohingya“, sagte Papst Franziskus und versprach, „dass wir nicht wegschauen werden“.

Neue Lesermeinung schreiben

Wir freuen uns über einen anregenden Meinungsaustausch. Wir begrüßen mutige Meinungen. Bitte stützen Sie sie mit Argumenten und belegen Sie sie nachvollziehbar. Vielen Dank! Damit der Austausch für alle ein Gewinn ist, haben wir Regeln:

  • keine werblichen Inhalte
  • keine Obszönitäten, Pornografie und Hasspropaganda
  • wir beleidigen oder diskriminieren niemanden
  • keine nicht nachprüfbaren Tatsachenbehauptungen
  • Links zu externen Webseiten müssen zu seriösen journalistischen Quellen führen oder im Zweifel mit einem vertretbaren Prüfaufwand für die Redaktion verbunden sein.

Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge zu bearbeiten, macht dies aber stets kenntlich. Wir zensieren nicht, wir moderieren.
Wir prüfen alle Beiträge vor Veröffentlichung. Es besteht kein Recht auf Publikation eines Kommentars.