Strukturreform von ARD und ZDF: Nicht nur sparen, sondern Profil schärfen

Nachsitzen!
Mikrofone ARD und ZDF

Wie ist es bestellt mit dem Autrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks?

Stache/dpa/picture alliance

Die Öffentlich-Rechtlichen ARD/ZDF haben nur
 einen kleinen Teil ihrer Hausaufgaben gemacht.

ARD und ZDF haben ihre Ideen vorgelegt, wie sie bis 2028 sparen wollen. Der größte Batzen sind Einmaleffekte (Änderung der Altersversorgung) und So­wiesoe-Effekte (das Verbreiten der Programme kostet dank Digitalisierung weniger). Neu dagegen ist Sparen durch Zusammenarbeit mit dem ZDF: Die Mittagsmagazine will man gemeinsam produzieren, auch die WM-Berichterstattung nächstes Jahr. Gut so.

Aber die Sparideen waren nur ein Teil der Hausauf­gaben. ARD und ZDF sollten nämlich auch über ihren Auftrag nachdenken. Eigentlich lautet der so: Öffentlich-rechtliches Fernsehen und Radio dient der freien Meinungsbildung der Bürger und Bürgerinnen in einer Demokratie. Viel merkt man davon nicht – bei all den Shows, Sportsendungen und Soaps. Die machen zwar, wenn man die Stunden zählt, höchstes zehn Prozent des Programms aus – aber sie ­laufen zu den Hauptsendezeiten. Man will die Menschen damit an die Sender binden und auch zum Nachrichtengucken überreden. Aber sind die Bürger und Bürgerinnen wirklich so unpolitisch und uninteressiert? Also: Nachsitzen und Profil schärfen!

Michael Ridder

Michael Ridder ist Medienredakteur beim Evangelischen Pressedienst
Norbert Neetz/epd-bild

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