Margot Käßmann über den Umgang mit Flüchtlingen

Europa, ­deine Flüchtlinge
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Foto: Sergey Ponomarev/laif

Was die Zuwanderung mit der Bibel und dem Reformationsjahr 2017 zu tun hat

lst der Laderaum des Lkw geöffnet wurde, zeigte sich ein grausiges Bild: Die 71 Menschen waren alle erstickt. Sie haben ihre Flucht mit einem qualvollen Tod bezahlt. Fast täglich ver­durs­ten Flüchtlinge in der Sahara, andere ertrinken im Mittelmeer. Einer Tragödie folgt die nächste: Frauen werden vergewaltigt, Familien auseinandergerissen, Kinder kommen allein an in unserem Land.

Margot Käßmann

chrismon-Herausgeberin Dr. Margot Käßmann ist "Botschafterin des Rates der EKD für das Reformationsjubiläum 2017", kurz "Reformationsbotschafterin". Die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) lehrte zuvor als Gastprofessorin an der Ruhruniversität in Bochum Sozialethik und Ökumene. Margot Käßmann ist Autorin mehrerer Bücher in der edition chrismon.
Foto: Bettina Flitner
Ebenso schwer zu ertragen wie diese entsetzlichen Meldungen sind die Bilder von Menschen, die mit Gebrüll, Pla­katen und Leuchtraketen ­die trauma­tisierten Flüchtlinge ängs­tigen, wenn sie denn endlich eine Unterkunft hier bei uns erreicht haben. Was denken sie sich? Dass sie Flucht und Vertreibung verhindern könnten? Das könnten wir, wenn wir längst in Afrika für Gerechtigkeit, stabile Staaten und wirtschaft­lichen Aufbau mit Sorge getragen hätten. Stattdessen haben die Handelsstrukturen den reichen Norden begünstigt und die armen Länder des Südens ausbluten lassen. Die Demokratien haben mit den Diktaturen und Unrechtsregimen paktiert.

"Wenn Globalisierung, dann für alle"

Krieg, Vertreibung, Hunger und Ungerechtigkeit machen perspektivlos. Schon Abraham und Sara in der Bibel sind Wirtschaftsflüchtlinge, eine Hungersnot treibt sie zum Aufbruch in ein fremdes Land. Das Matthäusevangelium erzählt, dass Josef mit Maria und dem Kind nach Ägypten flieht, um dem Diktator Herodes zu entkommen. Menschen, die aufbrechen, ­wollen eine Zukunft finden für sich und ihre Kinder. Im Alptraum des syrischen Bürgerkrieges, im Unrecht, das in Eritrea zu sehen ist, in der Angst, die in Afghanistan umgeht – wer würde da nicht ver­suchen, zu entkommen?

Furchtbar ist, dass die europäischen Staaten inzwischen alles versuchen, um Menschen an der Flucht zu hindern. ­Früher wurde die DDR Diktatur genannt, weil sie die Reisefreiheit massiv eingeschränkt hat. Heute wollen viele die Reisefreiheit anderer einschränken. Globali­sierung aber ist keine Einbahnstraße. Es kann keine Globalisierung nur für Güter und Waren oder für die Reichen geben, die rund um die Welt reisen. Wenn Globali­sierung, dann für alle.

"Glaube wird mitten im Alltag der Welt gelebt"

Das Christentum ist eine globalisierte Bewegung. Wir sehen uns als Volk aus allen Völkern, nicht nur als eines von Glaubensgeschwistern. Fremdlinge zu schützen ist biblisches Ge­bot. Politik und Gesellschaft stehen vor einer gewaltigen Herausforderung. Kirchengemeinden und auch einzelne Chris­tinnen und Christen engagieren sich für die Menschen, die in unser Land kommen.
 
Für die Weltausstellung in der Stadt Wittenberg zum Reformationsjubiläum 2017 haben Studierende der Fachhochschule Salzburg einen besonderen Vorschlag gemacht. Im Themenbereich „Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“ soll mindestens ein Flüchtlingsboot vom Mittelmeer zum Schwanenteich in der Stadt gebracht werden. Eines jener vielen Boote, in denen sich das Schicksal von Menschen entschied. Die ­Jury für die Ausstellung hat diesen Vorschlag mit Begeisterung angenommen. Es ist unverzichtbar, dass mitten in den ­Reformationsfeierlichkeiten die Probleme der Welt präsent sind. Davon waren schon die Reformatoren überzeugt: Der Glaube wird nicht abgeschieden im Kloster oder ausschließlich im Gottesdienst gelebt, ­sondern mitten im Alltag der Welt.
 

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Lesermeinungen

Ein Lob, auf die vielen Freiwilligen, die helfen und organiseren mit dem Herzen.
In ein paar Wochen feiern wir Weihnachten, und wie wir in Matthäus2, 13 - 15 lesen war Jesus schon als Kind ein Flüchtling.
Frieden auf Erde"und zusehen wie Flüchtlinge, Menschen wie du und ich, in der Kälte an den Grenzen erfrieren oder verhungern. CDU, CSU, fangen mit Christ an !?

Aus dem Glauben heraus gibt es für Christinnen und Christen ein weites Betätigungsfeld. Vornehmlich gehört dazu Flüchtlingen Hilfe zukommen zu lassen, denn in jedem von ihnen kann uns Jesus selbst begegnen. (Matt. 25/37ff)
Zur Nachfolge Jesu gehört aber auch den Mächtigen entgegen zu treten, wenn Reden und Handeln im Widerspruch stehen. (Matt. 23/25) Wenn auf der einen Seite von Partnerschaft und Demokratie gesprochen wird aber in Wirklichkeit im Nahen Osten wirtschaftliche Interessen und Machtpolitik im Vordergrund stehen.
Und schließlich wohl das vornehmste Gebot Jesu, was den Flüchtlingen in ihren Herkunftsländern eine neue Lebensperspektive eröffnen könnte: ( Markus 16/15) Der Auftrag die Frohe Botschaft in alle Welt zu tragen.
Aber die Menschen kommen uns ja schon entgegen.

"Früher wurde die DDR Diktatur genannt, weil sie die Reisefreiheit massiv eingeschränkt hat. Heute wollen viele die Reisefreiheit anderer einschränken".
Die Herausgeberin von Chrismon formuliert hier in einer für mich kaum fassbar oberflächlichen Weise, um es milde auszudrücken. Reisefreiheit? Wollen die Leute, um die es hier geht, endlich auch einmal einen anderen Teil der Welt kennen lernen, wie seinerzeit die Bürger der DDR? Wovon reden wir? Es müssen Leute aufgenommen und versorgt werden, deren Leben bedroht ist und die alles verloren haben. Diese Pflicht wird nicht dadurch gelöst, dass jemand wie seinerzeit Schabowski "Reisefreiheit" verkündet, wie es der gedankenlose Vergleich von Frau Käßmann suggeriert. Sie lenkt ab von der Verpflichtung, mit der Aufnahme der Flüchtlinge für viele Jahre die Verantwortung für deren Schicksal und Wohlergehen zu übernehmen. Unfassbar, wie man so leichtfertig und verharmlosend daher reden kann.

Ein sehr guter und klarer Beitrag. Das Bremer Friedensforum hat gleichen einen Auszug auf seine facebook-Seite gepostet.
Hartmut Drewes, Sprecher Bremer Friedensforum

Dann aber auch konsequent denken und sein.

"Wenn Globalisierung, dann für alle". Zitat von Fr. Käßmann.

Das dürfte auch für jeden Gläubigen so unendlich schwer sein. Unsere "soziale" Marktwirtschaft besteht aus Teil 1, der Produktion/Verkauf/Einnahmen/Guthaben und im Gegensatz dazu aus Teil 2 dem Konsum/Kauf/Ausgaben/Zahl-Schuld. Sozial soll sein was ich verdiene und was mir vom Markt (Teil 1) getan wird. Aber unter asozialen Bedingungen darf das produziert werden, was ich billigst zu dem Preis kaufe, den der Schwache mir machen will oder muss (Teil 2). So formt der Markt das eigene und das Leben der Anderen. Das darf auch mit dem besten Gewissen auf Kosten Derjenigen (das kann auch der beste Freund oder Nachbar sein!) geschehen, die noch nicht ein höheres Leistungsniveau erreicht haben. Wird man dann selbst später das bisherige Leistungs- und Konsumniveau (Krankheit, Alter) nicht mehr erreichen, gehört man auch zu den Opfern. Das verlogenen Gewissen schlägt dann erbarmungslos zurück.

Mit dem Kauf eines Produktes kaufen und akzeptieren wir die mit der Herstellung verbundenen ökonomischen, politischen, religiösen und kulturellen Produktionsbedingungen. Die Verbindung des Geldes mit diesen Werten ist unvermeidlich. Von Ausnahmen abgesehen, akzeptiert jeder mit einem Billig-Billig-Kauf auch die Werte und Herstellbedingungen, die er selbst für sein eigenes Leben und dessen Produktionen nicht akzeptieren würde.

Einen Salat, geerntet von osteuropäischen Hiwis unter sklavischen Bedingungen, vom Bauer zu C. 12 verkauft und beim Discounter zu C. 19 weiterverkauft, verspeisen wir ohne Reue, wissend, dass der Preis nicht gerecht und nur möglich ist, wenn man die Schwäche der Erntehelfer ausnutzt. Damit wird nur der Teil des Marktes als sozial für den eigenen Vorteil gefordert, der aus dem eigenen produzierenden Teil besteht, während der konsumierenden Gegenpart als asoziale Kehrseite klaglos akzeptiert wird. Das Verkaufsergebnis soll für mich sozial sein, während ich für den Einkauf asoziale Produktionsbedingungen freudvoll akzeptiere. Bigott, wenn man bedenkt, dass beide Seiten (Produktion und Konsum) als zwingende Bestandteile des Begriffes der sozialen Markwirtschaft verstanden werden.

Aus diesem "Verhau", der nur den menschlichen Schwächen zu verdanken ist, kann uns niemand "erlösen".

Gast schrieb am 27. Oktober 2015 um 9:22: "Mit dem Kauf eines Produktes kaufen und akzeptieren wir die mit der Herstellung verbundenen ökonomischen, politischen, religiösen und kulturellen Produktionsbedingungen." Das ist ein zweifacher Irrtum. Erstens: Mit dem Kauf einer Ware kaufe ich genau diese Ware und sonst gar nichts. Insbesondere kaufe ich keine Produktionsbedingungen. Die sind gerade nicht käuflich. Sonst könnte man sie ja im nächsten Schritt wieder verkaufen. Wer sich einen Salat und ein Dieselfahrzeug eines bekannten Herstellers gekauft hat, kann Salat essen und mit einem Auto fahren. Die jeweiligen Produktionsbedingungen stehen ihm nicht zur Verfügung.
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Zweitens: Mit dem Kauf eines Produktes wird überhaupt nichts akzeptiert. Der Kauf eines Produktes findet überhaupt nur statt, weil längst per staatlicher Gewalt, nämlich der Eigentumsgarantie, festgelegt worden ist, dass der Kauf der einzige Weg ist, den Salat essen oder das Fahrzeug benutzen zu können. Jedes Trumm auf der demokratisch und marktwirtschaftlich geordneten Welt gehört jemandem. Kauf oder Miete oder Leasing usw. sind die einzig erlaubten Wege, die Dinge benutzen zu können. Das hat weitreichende Folgen.

IWAN hat es schwer!

Ja es ist wirklich schon eine Zumutung und tut so weh, eingefahrene Denkmuster zu verstehen oder sich sogar überzeugen zu lassen. Man kann Herstellbedingungen nicht vom Produkt trennen. Schon ein Versuch endet in einer Illusion. Wenn ich die Not eines Anderen ausnutze und ihm Produkte abkaufe, die ich selbst unter den Bedingungen des Notleidenden nicht bereit wäre zu produzieren, akzeptiere ich mit dem Preis bzw. Kauf automatisch die „nötigen“ Produktionsbedingungen. Das ist unumstößlich. So wie jeder Preis das Ergebnis der Bedingungen bzw. im bösen Fall dieser Not ist. Umgekehrt geht auch. Wenn ich unbedingt ein Produkt von jemand kaufen will, dessen Fähigkeiten ich nicht kann, muß ich über den Preis seine Bedingungen akzeptieren. Auch wenn der Verkäufer auf meine Kosten sehr reich wird.

OCKENGA schrieb am 31. Oktober 2015 um 12:01: "Man kann Herstellbedingungen nicht vom Produkt trennen." Also an den Salatköpfen, die ich kaufe, klebt bisweilen Dreck, aber nie der besonders miese Lohn für Erntehelfer. Den Dreck bekomme ich mit fließendem Wasser oder der Salatschleuder weg. Wer den dürftigen Lohn gedanklich an den Salat kleben möchte, will eben nichts davon wissen, wo der Lohn wirklich dran klebt. Der Lohn ist untrennbar mit der sozialen Marktwirtschaft verbunden, nicht mit dem unschuldigen Salatblatt. Um nicht in Gegnerschaft, und sei es nur die gedankliche, zur Marktwirtschaft zu gelangen, wird wider alle Vernunft der Lohn mit dem Salat verbunden und nicht mit der allgegenwärtigen und alltäglichen unternehmerischen Berechnung, durch möglichst niedrigen Lohn möglichst viel Gewinn zu erwirtschaften.
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Zitat: "Wenn ich die Not eines Anderen ausnutze", erweise ich mich als erfolgreicher Unternehmer. Die Not des gewöhnlichen Arbeitnehmers, keineswegs nur des anerkannten Billiglöhners, besteht darin, dass er wie auch Seinesgleichen keinen Grund und Boden, keine Rohstoffe, keine Maschinen besitzt, um sein Brot, seine Klamotten und sein Handy herzustellen. Alles, was er hat, ist sein Arbeitsvermögen. Das muss er zu Markte tragen, zum Arbeitsmarkt eben. Auf Normaldeutsch: Er muss einen Job annehmen. Dabei steht er in Konkurrenz zu den vielen anderen, die in derselben Zwickmühle stecken. Das Ergebnis ist dann, als Erntehelfer für 4 Euro die Stunde oder zum Mindestlohn mit gemogelten Arbeitszeiten Salat pflücken zu müssen.
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Als Spitzenleistung der Moral darf dann folgender genuin grüner, bei den Mainstreamchristen beliebter Gedanke gelten: Wer Billigsalat kauft, ist ein moralisches Ferkel. Wer also aus Billiglohnländern zur Erntezeit als Erntehelfer nach Deutschland gekarrt wird, um Gartenbaubetriebsinhaber glücklich zu machen, kriegt ein irres moralisches Gebot aufs Auge gedrückt: Er darf nicht einmal den selbstgepflückten Salat kaufen, sondern muss in der hochpreisigen Bio-, Öko- und Moraloecke, die inzwischen auch der windigste Discounter im Laden hat, seinen kärglichen Lohn einteilen. Und die, die mehr Geld zur Verfügung haben, dürfen sich noch rasend was auf ihre grüne Moral einbilden, wenn sie locker ihrem Motto frönen: "Es war schon immer etwas teurer, eine bessere Moral zu haben."
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Sonst, lieber Herr Ockenga, sehen Sie doch das wahre Christentum schwer bedroht durch die unheilige Allianz von Grünen und zeitgemäßen Gläubigen. Aber ausgerechnet dieser moralische Unfug aus der bekämpften Ecke leuchtet Ihnen offenbar schwer ein.

Na, Wer klebt denn hier an alten Vorstellungen?
Selbstverständlich sind mit dem Preis eines Produktes auch dessen Herstellbedingungen verknüpft. Wer das leugnet, lebt nicht auf dieser Welt. Ihre Argumentationen gehen meilenweit am Thema:

„… haben die Handelsstrukturen den reichen Norden begünstigt und die armen Länder des Südens ausbluten lassen. Wenn Globalisierung, dann für alle",

vorbei. Dieser Anspruch zielt auf eine totale Systemänderung, lässt aber die Ursachen des Ergebnisses außer Betracht. Denn der Vorteil der westlichen Hemisphäre sind die für die Zivilisation positiven Folgen des Christentums, während der Islam und andere Religionen an diesem Prozess in den letzten 500 Jahren kaum förderlich Teil genommen haben. Wenn ich wie Frau. Käßmann den indirekten Erfolg des Christentums bemängele, dann muss Sie auch akzeptieren, dass mit einer Systemänderung am ehesten die Werte des Christentums Schaden nehmen könnten. Das billige und unschuldige Salatblatt ist mit seinem Preis und seiner Verfügbarkeit unzertrennlich ein Ergebnis der Marktwirtschaft. Da diese aber mit ihrem Hauen und Stechen generell auf Schwächen der Schwachen keine Rücksicht nimmt, ist nahezu jeder erbarmungslos konkurrierende Markt unsozial. Die Regierungen haben die Aufgabe, durch Gesetze den Markt menschwürdig zu machen. Soweit sollte ein Jeder denken können. Das ist beileibe kein Unfug aus der moralischen Ecke. Wer aber wie die Grünen und die Wattegesellschaft glaubt, dass dieser Zustand generell durch eine Systemveränderung veränderbar ist, hat die Rechnung ohne den Menschen-Wirt mit seinen Schwächen gemacht. Genau daran krankt die Vorstellung der Gutmenschen.

OCKENGA schrieb am 4. November 2015 um 16:14: "Die Regierungen haben die Aufgabe" Ach, lieber Herr Ockenga! Wenn engagierte Zeitgenossen, gerne nach ein paar Bierchen, im Fußballstadium oder vor dem Fernseher, lauthals herausschreien, was der Trainer endlich zu machen hat, dann kann man dieses peinliche, aufgeblasene Gehabe noch mit einem Schmunzeln quittieren. Der Typ hat seine Eintrittskarte oder seine TV-Gebühren bezahlt, hat nichts zu bestellen und führt sich auf, als sei er der Trainer. Wenn sich allerdings erwachsene Menschen ganz nüchtern hinstellen und allen Ernstes der Regierung Aufträge zu erteilen versuchen, dann ist es nicht mehr nur komisch, sondern gefährlich.
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Die Regierung heißt Regierung, weil sie das Volk regiert. Das Volk hat zu gehorchen. In der Demokratie kein bisschen weniger als in anderen Herrschaftssystemen. Die Regierung richtet mit ihren Gesetzen den Markt so her, wie sie es für richtig hält. Wem das nicht passt, der darf meckern wie er will, schließlich ist er freier Bürger. Den Marktgesetzen aufs Jota gehorchen muss er trotzdem. Und wen diese Situation nicht bekümmert, sondern nur immer stärker beflügelt, der Regierung im Geiste die verwegensten Aufträge zu erteilen - menschenwürdiger Markt ist da ein beliebter unfreiwilliger Kalauer - , der gibt unmissverständlich kund, dass er ein gereifter Demokrat ist.

IWAN, antreten zum Gedanken sortieren.
Seine schreckliche Antwort geht nicht auf den Inhalt des Anlasses ein. Unvermögen oder Absicht, oder eine undefinierbare Privatfehde?

OCKENGA schrieb am 9. November 2015 um 9:12: "..geht nicht auf den Inhalt des Anlasses ein." Es ist mir offenbar nicht gelungen, Ihnen den Inhalt klar zu machen. Deshalb ein zweiter Anlauf. Der Inhalt Ihrer Weltsicht ist erfreulich unkompliziert strukturiert und besteht aus Folgendem: Der Islam taugt spätestens seit den letzten 500 Jahren nichts mehr. Das Christentum hingegen glänzt mit einem Wertehimmel, der sich gewaschen hat. Der zivilisierte christliche Westen lässt diesen Wertehimmel aufleben und betreibt deshalb die Marktwirtschaft, die gegen alle wirklichen und vermeintlichen Systemveränderungsbestrebungen zu verteidigen ist. Diese Marktwirtschaft ist einerseits das Höchste überhaupt, hat andererseits die unschöne Tendenz zum Hauen und Stechen. Kein Wunder, wo doch der Mensch ein ziemlich mit Schwächen beladenes Geschöpf ist. Das steht doch schon im AT. Deshalb wird der Staat im Geiste beauftragt, das Soziale gesetzmäßig zu verankern. Habe ich Ihre Meinung korrekt zusammengefasst?
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Was von solchen fiktiven Aufträgen an den Staat zu halten ist, habe ich in meinem letzten Beitrag aufgeschrieben. Jetzt verstanden, lieber Herr Ockenga?

Gegen die Uneinsichtigkeit.
Zitat IWAN: "Der Inhalt Ihrer Weltsicht ist erfreulich unkompliziert strukturiert.."
AW: Diese Forulierung ist der Versuch der Niedertracht, um den Anderen der Einfältigkeit zu bezichtigen. Es sei denn, IWAN beherrscht die Feinheit der Sprache nicht. Zitat IWAN: "Der Islam taugt spätestens seit den letzten 500 Jahren nichts mehr". AW: Die Geburtsstunde des Islam und der Tod des Propheten sind durch Mord- und Totschlag und durch unselige Erbstreitigkeiten geprägt. Mohammed hat ein Chaos hinterlassen. Zitat IWAN: "Das Christentum hingegen glänzt mit einem Wertehimmel". AW: Was die Ziele von Jesus betrift, stimmt das auch. Was dann die Römer, die Kirchen und die Menschen daraus gemacht haben, ist weder ein Himmel noch ein immerwährender Glanz. Was anderes wurde von mir nie formuliert. Aber es gibt leider auch Personen, die immer nur das aus einem Text herauslesen wollen, was ihnen in den Kram passt. Zitat IWAN: "Der zivilisierte christliche Westen lässt diesen Wertehimmel aufleben". AW: Unsinn! Für die Entwiclung der Zivilisation waren die Werte, die die Kirchen und Mächtigen zur Erhaltung der Macht geformt haben, sehr hilfreich. Jeder Vorteil hat auch Nachteile. Schwer zu begreifen. Zitat IWAN: "...und betreibt deshalb die Marktwirtschaft". AW: Die Marktwirtschaft hat es auch schon vor dem Jahre Null gegeben. Zitat IWAN : "...die gegen..Systemveränderungsbestrebungen zu verteidigen ist". AW: Eine Marktwirtshaft ist das Zusammenspiel und die Ergänzung von Leistungen. Wird sie abgeschaft, droht noch mehr Ungerechtigkeit als jetzt schon. Denn dann wird das Zusammenleben nur noch von der rohen Gewalt diktiert. Zitat IWAN: "Diese Marktwirtschaft ist einerseits das Höchste überhaupt" AW: Wo hat denn der Schreckliche das gelesen? Die Marktwirtschaft ist das notwendige Übel, um überhaupt noch die Verteilung etwas regeln zu können. Zitat IWAN: "..hat andererseits die unschöne Tendenz zum Hauen und Stechen". AW: Ja, und um das Ergebnis zu vermeiden, dazu ist der Staat da. Zitat IWAN: "Kein Wunder, wo doch der Mensch ein ziemlich mit Schwächen beladenes Geschöpf ist". AW: Will IWAN tatsächlich bestreiten, dass das der Fall ist? Zitat IWAN: "Deshalb wird der Staat ...beauftragt, das Soziale gesetzmäßig zu verankern". AW: Ja, wozu denn sonst? Gesetze wären total unnötig wenn die Menschen nur "Gute" wären. Da das nicht der Fall ist, und die Bösewichter auch den letzten "Guten" gnadenlos aubeuten würden, brauchen wir Gesetze. Leider muß man solche "Banalitäten" auch noch ständig wiederholen, damit auch der Letzte das begreift. Es bleibt dabei: Das Christentum ist mit seinen (Rest-) Werten im Vergleich mit anderen Religionen die beste Voraussetzung, um der Wucht der menschlichen Schwächen leidlich zu begegnen. Leider müssen dabei auch Kollateralschäden, wie der Mißbrauch von Macht und Technik in Kauf genommen werden. Wer ein tatsächlich funktionierendes besseres System weis, antreten zum Beweis. Bei allen, die das bisher versucht haben, gab es eine Fehlanzeige.

OCKENGA schrieb am 11. November 2015 um 16:08: "Diese Forulierung ist der Versuch der Niedertracht" Wo sehen Sie da einen Versuch? Meine Unhöflichkeit ist ein klarer Fall von vollendeter Niedertracht. Liegt also bei mir eine Schwäche vor? So erklären Sie sich das Treiben der Zweibeiner doch. Nein, keine Schwäche, sondern Interesse und Absicht. Interesse woran? Nein, nicht Sie zu ärgern, sondern Sie dazu zu bringen, inhaltlich klar zu schreiben. Das haben Sie erfreulicherweise auch getan. Danke!
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Zitat: "Die Geburtsstunde des Islam und der Tod des Propheten sind durch Mord- und Totschlag und durch unselige Erbstreitigkeiten geprägt." Na und? Die Geburtsstunde des Christentums und der Tod des Gottessohnes sind durch die erlesene Grausamkeit namens Kreuzigung des römischen Rechtsstaates geprägt. Zitat: "Was die Ziele von Jesus betrift, stimmt das auch." Genau darauf will ich hinweisen. Jesus war durch und durch Moralist. Der Fehler aller Moralisten besteht darin, Menschen auf Werte verpflichten zu wollen, statt zur Kenntnis zu nehmen, dass Menschen Interessen haben. Wie kommt es, dass bestimmte Interessen bestimmter Leute regelmäßig prächtig zum Zuge kommen und andere Gestalten ebenso systematisch immer in die Röhre schauen? Die Auskunft aller Moralisten, die vermaledeiten Zweibeiner hätten sich eben nicht an die Moral gehalten, ist gefährlicher Unfug.
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Zitat: "Jeder Vorteil hat auch Nachteile." Diese Perle aus der gesammelten deutschen Spruchweisheit unterschlägt allerdings regelmäßig, dass die Vorteilsnehmer die einen und die Nachteilsnehmer die anderen sind.
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Zitat: "Eine Marktwirtshaft ist das Zusammenspiel und die Ergänzung von Leistungen." Ganz offenbar. Die Leistung, Millionengewinne zu scheffeln, wird ergänzt durch die Hartz-IV-Leistungen. Ein Zusammenspiel, das bemerkenswert ist.
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Zitat: "Die Marktwirtschaft ist das notwendige Übel, um überhaupt noch die Verteilung etwas regeln zu können." In der Marktwirtschaft wird überhaupt nichts verteilt. Es werden Unternehmen gegründet, fortgeführt und in die Pleite geführt, es werden Zweibeiner angeheuert, entlohnt und entlassen, es wird ge- und verkauft, es wird ver- und gemietet. Verteilt wird gar nichts. Oder meinten Sie die Verteilung des Drecks der marktwirtschaftlichen Produktion in die Luft, das Wasser und den Boden?
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Zitat: "IWAN: "Kein Wunder, wo doch der Mensch ein ziemlich mit Schwächen beladenes Geschöpf ist". AW: Will IWAN tatsächlich bestreiten, dass das der Fall ist?" Das will ich in der Tat bestreiten. Die grundlose Rede von den Schwächen ist der Auftakt zu zwei schwerwiegenden Irrtümern. 1.) Religiös heißt die Schwäche bekanntlich Sünde und wird benötigt, um den Sündern die Erlösung reinwürgen zu können. 2.) Weltlich wird der Mensch als Bestie verschrien, um daraus die Notwendigkeit von Oberbestien abzuleiten. Die Oberbestien, also Herrscher, gehen dann die Bestien zähmen. Viel Vergnügen dabei!

Zitat Fr. Käßmann:

"Das könnten wir, wenn wir längst in Afrika für Gerechtigkeit, stabile Staaten und wirtschaftlichen Aufbau mit Sorge getragen hätten. Stattdessen haben die Handelsstrukturen den reichen Norden begünstigt und die armen Länder des Südens ausbluten lassen".

Hat sie ganz die Missionsbemühungen und die unendlichen Entwicklungshilfen vergessen, die dann doch nicht allzu viel bewirkt haben? Die Flüchtlingsfrage sofort für uns mit einer Schuldfrage zu verbinden, erinnert fatal an die Geißelung in vorderasiatischen Kulturen. Auch den angeblichen Sündenfall haben alle christlichen Kirchen in erster Linie dazu benutzt, um Schuldgefühle zu erzeugen. Mit dem unbeweisbaren Erlösungsversprechungen war dann auch der Zugang zur Macht verbunden. Wer von Schuld beladen ist, kann sich kaum noch wehren. Ist das das Ziel?

Wir sind für Afrika verantwortlich! Nur wir oder doch in erster Linie auch die Afrikaner selbst? Gesetzt den Fall, es hätte keine koloniale Unterdrückung gegeben, wäre es dann dort besser, oder würden die dortigen Stammesfehden und Aberglauben täglich nach wie vor das Mittelalter befeuern? Warum wurde denn eigentlich dort missioniert? Und wenn wir die Verantwortung dort tragen wollen, dann müssten wir dort einmarschieren. Aber Fr. Käßmann ist doch für den Frieden um jeden Preis! Selbst die Bundeswehr würde sie lt SPIEGEL-Interview abschaffen. Außerdem ist sie für die Toleranz der Intoleranz, was nichts anderes bedeuten kann, als das sie die dortigen Verhältnisse duldet. Wer etwas duldet ist dafür. Das gilt auch für den Antisemitismus. Die Rechtfertigung käme dann in unendlichen Auslegungsvarianten und Gleichnissen, für die dann auch noch die Bibel herhalten muss.

AUSBLUTEN? Der Norden ist besonders durch klimatische Vorteile begünstigt. Dafür braucht es seit je Handelswege. Die Seidenstraße, die Alpenquerung, der Suezkanal. In Eiszeiten war es auch schon mal anders. Die Handels- und Machtstrukturen sind das Ergebnis von jahrhundertlanger Feinarbeit. Sowas kam nicht von heute auf morgen. Außerdem hat die westliche Welt Kulturen erzeugt, die sowohl für den technischen als auch den gesellschaftlichen und politischen Fortschritt (über den Sinn kann man diskutieren) die besten Voraussetzungen boten. In anderen Teilen der Welt sind es gerade die religiösen und kulturellen Besonderheiten, die zu den Nachteilen gegenüber dem Norden führen und sie in endlosen Religionsstreitigkeiten zermürben lassen. Daran hat auch die Mission nichts ändern können. Sollen wir uns dafür entschuldigen, dass wir in Europa seit Jahrhunderten besser waren und immer noch sind? Außerdem war das Christentum seit 1500 Jahren immer mitten drin in diesem Entwicklungsprozess. Es ist sogar so, dass das Christentum mit seinen Glauben/Macht-Strukturen (nur mit dem Segen konnte man was werden!) erst die idealen Voraussetzungen dafür bot und immer noch bietet und deshalb der Norden so erfolgreich ist. Ob das immer so bleibt und was evtl. noch kommt, dass ist eine ganze andere Sache. Wenn Fr. Käßmann die Lehrmeinung eines Teils der ev. Kirche interpretiert, dann sind beide fern aller Realitäten.

Warum nehmen diejenigen, denen nicht genug Asylforderer nach Deutschland strömen können, diese Leute nicht bei sich zuhause auf und versorgen sie auf eigene Kosten? Dadurch gäbe es keinerlei Probleme mit Streiterein in Flüchtlingsunterkünften und die öffentlichen Kassen würden nicht durch diese Leute geplündert, wodurch der Staat wieder genügend Mittel für die diskriminierten Deutschen hätte. Wer sich Besuch einlädt, der ist für diesen auch verantwortlich! Also Frau Käßmann, nicht nur reden, sondern einfach machen. Wenn Sie diese Leute aus verständlichen Gründen (Hygiene, Lärm usw.) nicht bei sich im Hause haben wollen, dann mieten Sie ihnen doch einfach Wohnungen oder besser noch Sie kaufen denen Eigentumswohnungen bzw. lassen Häuser bauen.
Zücken Sie Ihren Geldbeutel und schielen Sie nicht immer auf das Geld der Anderen!

Hallo Herr Wutz,

ich habe den Eindruck, dass Sie den Kern der christlichen Botschaft noch nicht ganz erfasst haben. Umso mehr freue ich mich, dass Sie offensichtlich in einer evangelischen Zeitung lesen um ihren Horizont zu erweitern.
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(Mir ist klar, dass ich mit solchen Sätzen, kein gutes Beispiel für Diskussionskultur bin. Aber ich bin müde und musste zumindest zu Wutzens Senf meinen eigenen dazugeben. Es wäre natürlich schön, falls jemand anderes eine konstruktive Antwort geben könnte. Meinen Dank im voraus.)
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Trotz allem
Freundliche Grüße

Eike Schwarzkopf schrieb am 25. Oktober 2015 um 21:37: "Es wäre natürlich schön, falls jemand anderes eine konstruktive Antwort geben könnte." Hier bitte: Flüchtlinge plündern überhaupt keine Kassen. Sie kommen nach Deutschland, um hier möglichst brav und untertänig wie die Eingeborenen auch durch fleißige Arbeit die Kassen der Unternehmer und des Staates zu füllen. Ob sie arbeiten dürfen, entscheiden nicht sie, allerdings auch nicht die Hetzer gegen die Flüchtlinge, sondern der Staat. Der hat bei seiner Entscheidung sein eigenes Wohl und das Wohl seiner heißgeliebten Unternehmerschaft fest und allezeit im Auge.
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Zitat: "ich habe den Eindruck, dass Sie den Kern der christlichen Botschaft noch nicht ganz erfasst haben." Ich weiß nicht, was Sie als Kern der christlichen Botschaft bezeichnen möchten, die offenbar als Kernobst gesehen wird. Tatsache ist, dass der Hass auf Flüchtlinge und Ausländer bei Christen nicht weniger verbreitet ist als beim Rest der Mannschaft. Könnte das vielleicht auch an der christlichen Botschaft liegen?

"Flüchtlinge plündern überhaupt keine Kassen. Sie kommen nach Deutschland, um hier möglichst brav und untertänig wie die Eingeborenen auch durch fleißige Arbeit die Kassen der Unternehmer und des Staates zu füllen."
Ich schätze Ihren sonst so klaren Realitätssinn, aber hierbei fehlt dieser völlig. So schwarz- weiß, wie Sie es beschreiben, ist die Sache eben nicht. Sicher ist es nicht einfach, sich ein realistisches Bild von der Komplexität der Zustände zu machen, aber allzu einfach sollte man es sich auch nicht machen.
Die christliche Botschaft ist allerdings recht einfach : Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Hier liesse es sich viele Anknüpfungspunkte finden.

G.L. schrieb am 28. Oktober 2015 um 19:36: "So schwarz- weiß, wie Sie es beschreiben, ist die Sache eben nicht." Dann bitte hinschreiben, was fehlt! Weiteres Zitat: "Hier liesse es sich viele Anknüpfungspunkte finden." Genau! Die christliche Nächstenliebe bietet viele Anknüpfungspunkte. Anknüpfungspunkte heißt, nahezu jeder kann sich mit nahezu allem auf die christliche Nächstenliebe berufen. Und tut das auch. Die Flüchtlingshasser - pardon, die besorgten Bürgerinnen und Bürger - aus den christlichen Gemeinden können Ihnen haargenau erläutern, warum sie aus Liebe zu Gott, der Welt, dem eigenen Volk und den Flüchtlingen der Meinung sind, die sollten lieber dort bleiben, wo sie herkommen.

Nächstenliebe ist existentiell

und nicht nur bunt! Das ist ja der elementare Vorteil des Neuzeit-Christentums und seiner Werte, dass sie uns befähigen, klarer und objektiver die Ursachen und Folgen der menschlichen Schwächen und den von ihnen erzeugten Systemen zu erkennen. Die Nächstenliebe befreit aus dem Zwangskreislauf der Rache, der untentwirrbaren Schuldzuweisungen, der ideologischen religiösen und hoffentlich auch der politischen Verirrungen. Nicht zuerst, aber in den letzten ca. 500 Jahren hat das Christentum uns mehr als anderen Kulturen dazu geführt, nachsichtiger mit unseren und den Schwächen der Anderen zu sein. Diese emotionelle "Überlegenheit" (im Sinn von erst überlegen und dann handeln) hat letzlich auch zur Werte-Dominanz geführt. Dieser Weg war und ist nicht einfach. Es hat auch Rückschläge, Sackgassen und Unmenschlichkeit gegeben, was nicht verhindert werden konnte. Aber der bisher mögliche Vergleich der Kulturen und die daraus abzuleitende Bilanz ist mit den Menschenrechten, der Demokratie und der Freiheit Dank der Nächstenliebe generell positiver als das vorläufige Endergebnis aller anderen Systeme vorher.

OCKENGA schrieb am 31. Oktober 2015 um 12:25: "Die Nächstenliebe befreit aus dem Zwangskreislauf der Rache". Dieser Schlager aus dem christlichen Religionsunterricht erfindet zuerst einen Zwangskreislauf der Rache. Wer bitte zwingt wen mit welchen Mitteln zur Rache? Dann taucht engelsgleich die Nächstenliebe als Befreierin von diesem angeblichen Zwang auf. In der Oper macht sich so ein Auftritt ganz herrlich. Die tatsächliche Entwicklung der Gewalt, die Herrscher ausüben, von archaischen Gesellschaften über Altertum, Mittelalter bis zum neuzeitlichen modernen Rechtsstaat kennt diesen Opernauftritt allerdings nicht.
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Zitat: "hat das Christentum uns mehr als anderen Kulturen dazu geführt, nachsichtiger mit unseren und den Schwächen der Anderen zu sein." Großartig! Wenn das christliche Amerika also über Hiroshima und Nagasaki Atombomben schmeißt, dann trumpft die Nachsicht auf. Wenn auf Grund der christlich inspirierten Marktwirtschaft, Demokratie und dem zugehörigen Wertehimmel alle 3 oder 5 oder 10 Sekunden ein Kind oder ein Erwachsener auf der Welt an fehlendem sauberen Wasser, an Mangelernährung, an trivialen Krankheiten stirbt, dann spricht das schwer für das Christentum. Begründung: In der Steinzeit, im Mittelalter, bei den Nazis und in der Zone war es auch nicht lustig.
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Wie wäre es denn mal, sich darum zu kümmern, wie der heutige und hiesige Laden funktioniert, statt Vergleiche anzustellen? Diese Tour, den eigenen Laden in Glanz erstrahlen zu lassen durch Vergleich hatten und haben übrigens alle Herrscher im Arsenal.

Egal, lesen Sie chrismon, bilden Sie sich weiter, vermehren Sie das Bruttosozialprodukt des Landes, der Welt, vernetzen Sie sich global, mehr ist nicht nötig.
Das Internet macht alles möglich, grenzenlose Freiheit. 2017 wird das ultimative Jahr der Zukunft, da wird Luther lebendig, 500 Jahre Reformation kommen aus aller Welt nach Wittenberg ! Ist das nicht gigantisch ??? 1 Million Flüchtlinge und 500 Jahre Reformation zusammen in Wittenberg !
PS. Event über Event ! Überfüllte Strassen ...
Aber im Ernst : Bitterer Ernst und kommerzielle Vermarktung ?