Umfrage unter Katholiken

Ein Mahl für alle?
Die päpstliche Umfrage „Wie denken Katholiken über die Ehe“ war zu kompliziert. Studentinnen hakten nach
Eucharestiefeier mit Geschiedenen auf dem Katholikentag

Foto: Thomas Lohnes/ddp images

Eucharestiefeier mit Geschiedenen auf dem Katholikentag

Mit Familie und Partnerschaft tut sich die katholische Kirche schwer: Was bewegt die Ehefrau und den Ehemann an der Basis? Der Vatikan wollte es wissen und verschickte zur Vorbereitung der Bischofssynode im Oktober 2015 in Rom Fragebögen. Sie waren allerdings sehr kompliziert. „Wie kann die Familie als die Hauskirche ­gedacht werden?“, lautete eine der einfacheren Fragen.

Ergebnis: Die meisten Befragten waren überfordert. Zwei Studentinnen und ein Student der Uni Münster entwarfen daraufhin eine eigene Umfrage zu Familie und Partnerschaft. 12 000 ­Katholiken aus aller Welt antworteten, vor allem kirchlich Aktive. Ihre Meinung weicht stark von der kirchlichen Lehre ab. Knapp 90 Prozent der befragten Katholiken in Deutschland wollen, dass wiederverheiratete Geschiedene gemeinsam zum Abendmahl gehen dürfen. Die meisten fänden es auch gut, wenn Priester homo­sexuelle Partnerschaften segnen.

Über 85 Prozent befürworten zudem ein Wahl­zölibat: Pries­ter sollen selbst entscheiden dürfen, ob sie eine Familie gründen wollen oder nicht. Ein Diakonat der Frau können sich 87 Prozent vorstellen.

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