Liebe Erde: Obstsuche im Internet

Ernten kann doch jeder!

Foto: Helena Schätzle

Vor der Tür ernten, was wild wächst – Äpfel, Birnen, Kräuter, Beeren. Die Autorin Magdalena Dräger machte sich in Kassel auf die Suche, mit Hilfe der Internetseite mundraub.org
Es war ein toller Wettbewerb: "chrismon iebe Erde". 104 Projekte hatten sich beworben und bewiesen: Man, kann, mit wenig Aufwand, die Welt von heute ein kleines bisschen besser machen.

chrismon: Wie kam die Idee zustande,eine Karte zu erstellen, auf der Obst eingezeichnet ist?

Konstantin Schroth: Die Idee hatten der Mundraub-Gründer Kai Gildhorn und seine Freunde. Ihnen ist das viele Obst aufgefallen, das im Herbst an Straßen und Wegesrändern verdirbt. Wenn alle wüssten, dass nicht weit entfernt Äpfel für Mus, Kuchen und Saft wachsen, wären die Früchte vielleicht nicht verschwendet. Sie erstellten eine Karte und trugen ihre Fundorte ein.

Jeder kann in die Karte eintragen, wo Obst wächst. Wer prüft, dass nicht jemand die Äpfel seines Nachbarn verschenkt?

Wir haben Mundräuberregeln. Die erste lautet: Eigentumsrechte werden gewahrt und respektiert. Wer einen Fundort einträgt, muss sich registrieren und bestätigt damit, die Regeln gelesen zu haben. Außerdem hat die Internetseite eine Kommentarfunktion. Jeder kann da Regelverstöße anzeigen – auch ohne sich selbst auf der Internetseite anzumelden. Wir kümmern uns dann darum.

Liebe Erde

Chrismon stellt außergewöhnliche Ideen und viele Initiativen vor, die vormachen, wie unsere Welt von morgen aussehen kann.

Wie verändert Mundraub die Welt?

Die Welt verändern hört sich groß an. Es fängt auf lokaler Ebene an. Leute bekommen bei Mundraub einen Anreiz, die Natur zu entdecken. Zum Beispiel die Brombeerhecke um die Ecke, die noch keinem aufgefallen ist.

Für die Böden ist es aber gut, wenn Obst liegen bleibt!

Es wird nie passieren, dass gar kein Obst mehr unter den Bäumen liegt. Apfel- und Birnenbäume tragen in der 300 Ertragsphase bis zu š›› Kilo Früchte. Eine Apfelallee mit œ››100 Bäumen hat dann etwa š›30 Tonnen. Das sind riesige Mengen. Fürs Fallobst interessiert sich meist sowieso keiner.

Wie hat die Arbeit an der Internetseite Sie verändert?

Ich beschäftige mich mehr mit Obstbäumen, mache jetzt eine Ausbildung zum Obstgehölzpfleger.

Sie sind Superman und könnenein Problem auf der Welt lösen.Welches?

Essen für alle. Ich würde das Problemder Lebensmittelknappheit lösen,indem ich alle Leute befähige, ihr Essen selbst anzubauen. Vitamine bekomme ich ja jetzt schon kostenlos.Für Kohlenhydrate und Eiweiß muss ich noch was überlegen.

Konstantin Schroth

Foto: privat
Konstantin SchrothŒŽ arbeitet für Mundraub und erfasst neue Regionen für das Portal. Über einen Bundesfreiwilligendienst gelangte er zur Stiftung Naturschutz Berlin.

Information

Wildwachsende Früchte, Gemüsepflanzen und Kräuter sind im Internet auf Schroths interaktiver Karte erfasst. mundraub.org

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