Hannelore Kraft: Ich glaube an einen Gott, der uns etwas zutraut.

Foto: Oliver Tjaden

Hannelore Kraft

Hannelore Kraft, geboren 1961 als Tochter eines Straßenbahnfahrers und einer Schaffnerin, wurde 2010 zur Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen gewählt. Die SPD-Politikerin ist stellvertretende Bundesvorsitzende ihrer Partei. Sie hat einen erwachsenen Sohn und lebt mit ihrem Mann in Mülheim an der Ruhr.

In den Zehn Geboten steht, wir sollen uns kein Bild von Gott machen. Trotzdem haben wir ja Vorstellungen von Gott, die durch die Bilder der Bibel und durch persönliche Erfahrung geprägt sind. Ich glaube an einen Gott, der uns etwas zutraut.

Ich glaube, dass jeder von uns eine Aufgabe hat. Die müssen wir finden. Oder sie findet uns, wenn wir uns dafür offenhalten. In diesem Tun gibt Gott uns Halt und Stärke.

Der Glaube trägt mich. Ich bin immer Christin gewesen. Ich bete zu Gott, und es ist eine Art Zwiegespräch, aber auch eine Gelegenheit zur Besinnung und um Kraft zu schöpfen.

In extrem schwierigen Situationen hat mich mein Weg auch in die Kirche geführt. Aber man kann Gott ebenso außerhalb der Kirche nahe sein. Wichtig ist: Gottvertrauen und Menschenmögliches tun.

Ich bin überzeugt, mit dieser Einstellung bestehen wir auch schwierige Situationen.

Die von Martin Luther ausgelöste Reformation hat Europa nicht nur in religiöser Hinsicht, sondern auch in der Bildung, Kultur und Politik nachhaltig geprägt und weltweit Spuren hinterlassen.

Daher unterstütze ich den Vorschlag der evangelischen Kirche, dass der 500. Jahrestag der Reformation am 31. Oktober 2017 in Nordrhein-Westfalen – wie in anderen Bundesländern auch – als Feiertag begangen wird.

 

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