Social Freezing

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

tooonpool.com/markus grolik

Apple und Facebook bezahlen ihren Mitarbeiterinnen das Einfrieren von Eizellen. Bis zu 20.000 US-Dollar. Mareike Fallet kommentiert das sogenannte "Social Freezing".

Klingt doch toll: Mutter werden, wenn man genug Karriere gemacht hat und das Fruchtbarkeitszeitfenster eigentlich schon geschlossen ist.  Social Freezing macht es möglich, und Apple und Facebook zahlen ihren weiblichen Mitarbeitern bald bis zu 20.000 Dollar, um ein paar ihrer Eizellen einfrieren und den Kinderwunsch auf später verschieben zu können.

Wie verheißungsvoll: Frauen könnten im Job gleichberechtigt mit den Männern mithalten und hätten die Freiheit, ihre Familienplanung mit weniger zeitlichem Druck anzugehen. Wie wohltätig –  neben Babyprämien oder ein paar Monaten bezahlter Elternzeit übernehmen die Firmen eben auch die Kosten für Social Freezing.

Mitarbeiterinnen, die vollständig verfügbar sind

Aber zwischen den Zeilen liest man auch das:  Wie schön es für die Unternehmen wäre, Mitarbeiterinnen zu haben, die vollständig verfügbar sind – und nicht absorbiert von Schwangerschaftsübelkeit, einem fiebernden Kleinkind oder der weihnachtlichen Feier im Kindergarten.

Tatsächlich ist das Angebot von Apple und Co. eine Bankrotterklärung an die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Unternehmen müssten viel mehr für gute Betreuungseinrichtungen und Teilzeitmodelle sorgen; für ein Umfeld, in dem Kinder nicht als Störfall der Karriere gelten;  dafür, dass Familienplanung nicht nur ein Frauen-, sondern auch ein Männerding ist.

"Selbst schuld", wenn man schwanger wird

Stattdessen vertagen Apple und Co. die Lösung dieses brennenden Problems auf die Zukunft. Und dann liegt es wieder bei den Frauen. Wie schrecklich, sich an diesem Beispiel auszumalen, wohin derlei Gedankenspiele führen können: Wird eine Frau – ganz dem Dogma der Eigenverantwortlichkeit verpflichtet – in Zukunft „selbst schuld sein“, wenn sie schwanger wird?

Übrigens: Keiner gibt einem die Garantie, dass es dann, mit 45 oder 50, tatsächlich klappt mit einer künstlichen Befruchtung der lange Jahre tiefgefrorenen Eizellen. Kinder sind im Hier und Jetzt ein Geschenk, kein zu vertagender Punkt auf einer Firmenagenda.

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Lesermeinungen

Dafür, dass Kinder auch in Zukunft Frauending bleibt, sorgt u.a. auch die EKD selbst, indem sie in ihren Beratungsstellen Trennungsvätern rät, sich "andere Kinder" zu suchen. Wann lesen wir die chrismon-Reportage inkl. Interview mit dem Ratsvorsitzenden? Nicht geplant, weil so gewünscht?

Überdies haben wir aktuell die Mütterrente. Sie beinhaltet EINEN unteilbaren Rentenpunkt. Was geschieht im Falle der offiziell geforderten hälftigen Betreuung? Der Rentenpunkt geht an? Wir wissen es nach Jahrzehnten Bundesministerium für alles außer Väter.
Die Rechte Letzterer sind ohnehin nur lästig. Und so fordert denn auch die evangelische Feministin ("Aus Liebe zur Freiheit") Antje Schrupp: "Väter-Recht abschaffen, Kindererziehung steuerfinanzieren!"

http://antjeschrupp.com/2011/08/03/vater-recht-abschaffen-kindererziehun...

So bleibt Frauending Frauending. Parallel dazu wird sich über die verantwortungslosen Männer beklagt und Anspruch um Anspruch formuliert (Mann muss ...). Es gibt bereits einen Begriff hierfür: Tussikratie. Das gleichnamige Buch ist Anfang diesen Jahres erschienen und thematisiert auch die mediale Infiltrierung. Nichts was wir nicht schon lange wussten, aber so ist es endlich auch offiziell.

Bei 90 bis 95% weiblicher Anteil an den Alleinerziehenden ist es wohl ein Frauending, wenn es den Männern verwehrt bleibt, die Bindung mit ihren Kindern aufrecht zu erhalten.

Es bedurfte der Hilfe ausländischer Juristen, um den hiesigen Politiker und Voll-Juristen die Diskriminierung der Väter durch §1626 a BGB zu erklären (alleiniges Sorgerecht der Mutter).

Wir haben nun mal eine mutterzentrierte Gesellschaft im real existierenden Matriarchat: Selbst bei der Schwangerschaftsberatung darf der Vater nicht bei der "Familienplanung" dabei sein und wird als "Erzeuger" im Gesetz beschimpft: Siehe §6 des Schwangerschaftskonfliktgesetzes.

Wenn jemand tatsächlich möchte, dass Familienplanung ein "Männerding" werden sollte, haben Sie den Mut zu fordern, dass:
- Deutschland endlich das 7. Zusatzprotokoll der EMRK ratifiziert, siehe Art. 5 zur Gleichberechtigung der Eltern während und nach der Ehe
- Das Standardmodell nach Trennung und Scheidung das gleichberechtigte Wechselmodell sein sollte
- Ehegattenunterhalt ausgeschlossen sein sollte, wenn der Ehegatte arbeiten kann
- Umgangsverweigerung ein Straftatbestand wird
usw.

Vielleicht merkt irgend wann einmal die Politik und die Wirtschaft, wie wichtig Familie für die Gesellschaft ist und sie geben sich alle einen gemeinsamen Ruck, um es den jungen Familien zu ermöglichen ihre Arbeitszeit zu reduzieren, ohne größere Einkommensverluste.

So lange nur mit dem Finger auf die Männer gezeigt wird, wird sich garantiert nichts ändern: Die Schuldigen sitzen an die Macht und heissen Merkel, Schwesig, von der Leyen, usw. Es sind also Frauen, die sich weigern, den Männern mehr Rechte einzuräumen.

Mehr noch! In einer Nacht- und Nebelaktion wurde das Unterhaltsrecht erneut zurückgedreht ins 19. Jh: http://www.treffpunkteltern.de/news/neuregelung---dauer-des-nacheheliche...

Es ist ein Frauending! Es ist von Frauen gewünscht, dass Männer arbeiten, statt Kinder zu betreuen!

Wann stellen sich die Frauen endlich ihrer eigenen Verantwortung?

Liebe Frau Fallet,
selbst schuld, wenn Frauen sich so sehr empören, dass sie dabei übersehen, dass die Medizin Ihnen hier eine Chance gibt, eine biologische Ungleichheit gegenüber Männern zu überwinden. Wir leben durch unsere medizinische Versorgung deutlich länger, arbeiten alle länger, aber Kinder kriegen ü40, das überlassen wir weiterhin den Männern, weil wir uns lieber über die schrecklichen Machenschaften der Wirtschaft empören.
Gruß von Gerd