Von guten Mächten wunderbar geborgen

„Schreiben Sie uns den Satz, der Sie stark macht“, hatten wir die chrismon-Leser und Leserinnen in einem Sonderheft zum Reformationsheft aufgefordert. Das haben Sie getan. Bibelworte und Gebete, Ermunterungen, Durchhalteparolen und Lebensweisheiten, alles dabei - insgesamt über 4000 Antworten haben uns erreicht. Einige haben wir schon veröffentlicht, nun kommen noch einige mehr. Und ein Buch mit den besten Sätzen in der edition chrismon ist bereits in Arbeit.
Januar 2013
Illustration: Amelie Persson

Kommst övern Hund, kommst ok övern Steert!

Schaffst du es, über den Hund zu springen, schaffst du es auch noch über seinen Schwanz, sagte mein Vater manchmal. Er war ein sehr humorvoller Mensch. Und als gebürtiger Elmshorner schnackte er gern mal mit uns Platt.

Er war Gerberei-Ingenieur. Anfang der fünziger Jahre stand es mit der Lederindustrie in Deutschland aber nicht zum Besten, und er sah sich gezwungen, seine berufliche Tätigkeit ins Ausland zu verlegen. Das bedeutete für unsere Familie immer wieder Veränderungen, neue Sprachen, Schulen, Freunde. Doch meine Eltern entwickelten sich zu ­Meis­tern der Improvisation, mit Gott­vertrauen arrangierten sie sich immer wieder mit den Gegebenheiten, machten das Beste draus. Mein Vater immer ­voller Optimismus! Eben: Kommst övern Hund, kommst ok övern Steert! Hast du es bis hierher geschafft, dann schaffst du auch den Rest.
Susanne Hinrichs, Hamburg

 

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Mehr Starke Sätze finden Sie hier:

Prominente und ihrer starken Sätze

Sehen und hören Sie dazu Videos und Audios von Margot Käßmann, Samuel Koch und vielen anderen

Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig

Der Mensch denkt und Gott lenkt

Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann!

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Von guten Mächten wunderbar ­geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Der Satz von Dietrich Bonhoeffer stellt sich meinen alltäglichen Sorgen und Ängsten entgegen: Werden die noch nicht ganz erwachsenen Kinder durchkommen, durch alle Wirren der Jugend, durch ihre Ausbildungen, werden sie sich ein gutes und sinnvolles Leben aufbauen können? Wie geht es weiter mit meiner hochbetagten Mutter, wird sie weiterhin eine gesegnete Zeit haben, um schließlich ein gnädiges Ende zu finden? Werden wir, mein Mann und ich, in der Rente genug Geld haben, um das Er­worbene für die nächste Generation zu erhalten? Manchmal steht der neue Tag vor mir wie ein riesiges Gebirge. Werde ich heute alles schaffen? Und überhaupt: Was wird später mal aus mir? Dann hilft mir mein Satz, mein Mantra: Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag...
Wie von einem göttlichen Windhauch fortgetragen sind dann meine Befürchtungen und Ängste, und es gibt Platz für neue gute Motive, Gedanken, Gefühle und Ziele.
Kitty Winde-Stein, Amerang

 

Heute ist der erste Tag vom Rest meines Lebens.

Seit den siebziger Jahren begleitet mich dieser Satz. Vor einem Jahr aber starb meine Frau nach 45 Jahren gemeinsamen Lebens. Die Kinder sind groß und aus dem Haus, mein Berufsleben ist ­lange beendet. Auch im ehrenamtlichen Hospizdienst konnte ich einiges be­wegen. Was sollte noch kommen? Dann ergab es sich, dass ich vertretungsweise einen Predigtdienst wahrzunehmen ­hatte. Bei der Vorbereitung stieß ich auf das Wort von Coretta King. Es animierte mich zu einer mutmachenden Verkündung: Ich lebe heute! Und heute kann ich das tun, was meinem Leben einen Sinn und ein Ziel gibt.
Heinz Gronewold, Ganderkesee

 

Lasst die Sonne über eurem Zorn nicht untergehen. Epheser 4,26

Der Satz, der mich durch 48 Ehejahre ­begleitet hat. Was immer sich im Laufe eines Tages zwischen uns gestellt haben mochte – vor dem Einschlafen wurde es bereinigt.
Edelgard Nolting, Idstein

Information

Das Sonderheft chrismon spezial erschien zum Reformationstag 2012 in einer Auflage von über 6 Millionen Heften in ganz Deutschland. Sie können es sich gerne nachbestellen. Rufen Sie uns an, mailen oder schreiben Sie uns.

Leserkommentare

Hilfestellung

Christian schrieb am 18. Januar 2013 um 19:18: "Mir gehts wenigestens gut..." Das lese ich immer gerne, dass es jemand gut geht. Zitat: "Als "Gläubiger" weiß ich aber, dass Gott es schon richtig macht :-)" Gott hätte übrigens nichts dagegen, wenn Sie kräftig mit ihm hadern würden. Am besten wäre dann, Sie veröffentlichten Ihre Gottesvorwürfe unter dem Titel "Hiobs wieder mal neue Leiden" oder so ähnlich. Zu guter Letzt sollten Sie aber schon wieder sturzzufrieden sein mit dem lieben Gott. Glaubenskrisen gelten als Pluspunkte in einer anständigen Gläubigenbiographie. Vor allem sollten Sie es unterlassen, Hadern und Kritik zu verwechseln. Gott vorzuwerfen, er habe doch nicht alles so toll gemacht, ist erlaubt. Die Vorstellung zu kritisieren, dass da ein im Hintergrund oder sonst wo wirkender Tröster, Helfer und prachtvoller Kerl sei, ist hingegen weder bei Gott noch bei seinen Fans, den Gläubigen, beliebt. _____________________________ Zitat: "Ich würde Ihnen auch gerne helfen, Ihnen echte Zufriedenheit zu verschaffen." Das ist sehr liebenswürdig von Ihnen. Ich strebe aber überhaupt nicht nach echter Zufriedenheit. Die stellt sich nämlich von alleine ein, wenn die gesellschaftlichen Verhältnisse Anlass zur Zufriedenheit geben. Und falls und solange sie das nicht tun, will ich zumindest als ersten Schritt mein Hirn bemühen und herauskriegen, woran das liegt. Wenn ich darüber ziemlich unzufrieden werde mit allen Ideologien, die die Welt überhaupt nicht oder gründlich falsch erklären - der christliche Glaube ist an ganz vorderer Stelle so eine Ideologie - , dann werde ich diese Unzufriedenheit ertragen müssen.

I can't get no satisfaction!

Schrecklicher Iwan, Ihr Problem kommt mir bekannt vor... "Ich wäre allerdings nicht damit zufrieden, zufrieden zu sein." Das haben schon die Stones erkannt ;-) Ja, was soll ich dazu schreiben? "Ich kann Sie verstehen" oder "Mein Beileid". Mir gehts wenigestens gut damit zufrieden zu sein, auch wenn ich die Welt nicht so ändern kann wie ich wollte. Ich wüsste ja nicht mal ob das eine gute Idee wäre. Als "Gläubiger" weiß ich aber, dass Gott es schon richtig macht :-) Der hat da mehr Erfahrung als ich. Mein Beitrag ist die ehrliche Mitarbeit "Gutes" zu schaffen. Bald 14 Jahre bin ich im sozialen Bereich tätig und ich freue mich immer noch über ein "Lächeln" eines Menschen dem ich helfen konnte. Ich würde Ihnen auch gerne helfen, Ihnen echte Zufriedenheit zu verschaffen. Leider habe ich nur begrenzte Mittel! Aber geben Sie die Hoffnung einfach nicht auf. Ihr Glaube an die Nichtexistenz Gottes und die Liebe zur Kritik geben Ihnen bestimmt auch viel an Bestätigung. Es könnte also schlimmer sein. Beste Grüße, Christian

Fromme Wünsche

Christian schrieb am 16. Januar 2013 um 18:40: "Selber hinfallen!" Diesem erfreulich umstandslos vorgetragenen frommen Wunsch möchte ich ein "Nein, danke!" entgegensetzen. Ich habe nicht vor hinzufallen. Ob es mir beim derzeit herrschenden Schnee gelingt, ist freilich fraglich. Mein Wissen, warum Gott ausgedacht und nicht wirklich ist, führt allerdings nicht dazu, dass es mich auf den Hosenboden setzt. _______________________________ Zitat: "Wenn ich Ihre Aussage richtig verstanden habe und Sie hinfallen geben Sie Gott die Schuld" Es ist mir offenbar nicht gelungen, auch nur annähernd meine Ansicht darzulegen. Also noch einmal: Ich weiß, dass es Gott nicht gibt. Also kann ich ihm auch keine Schuld geben. Solche Kunststückchen, jemanden zu beschuldigen, der nur in der lebhaften Fantasie der Gläubigen existiert, bringt ein Normalsterblicher nicht zustande. Bei Gott selber freilich ist alles möglich..... Zitat: "Der Glaube ist eine Möglichkeit zufrieden zu sein" Das bestreite ich nicht. Antiker Sklavenhalter gewesen zu sein oder mittelalterlicher Adliger oder moderner Faschist zu sein, das waren und sind alles Möglichkeiten, zufrieden zu sein. Ich wäre allerdings nicht damit zufrieden, zufrieden zu sein.

Selber hinfallen!

Schrecklicher Iwan, da haben Sie mich aber falsch verstanden. Nicht Gott lässt Sie hinfallen, sondern Sie selber werden hinfallen, weil Sie durch ihr "Wissen" nicht an Gott glauben. Gott lässt Ihnen doch die Wahl, ihm vertrauen oder alles selber machen. Wenn ich Ihre Aussage richtig verstanden habe und Sie hinfallen geben Sie Gott die Schuld, fallen Sie nicht hin dann geben Sie sich selbst das Lob. Gott sorgt nicht dafür dass Sie hinfallen, das machen Sie selber viel besser. Das eigentliche Schlagwort ist aber "Zufriedenheit". Selbst wenn ich hingefallen bin oder eine Krankheit habe werde ich damit besser umgehen, wenn ich zufrieden bin. Der Glaube ist eine Möglichkeit zufrieden zu sein und zu leben, trotz hinfallen. Die Schuld liegt nicht bei Gott sondern in der Sichtweise. Ich kann aus dem "hinfallen" lernen auch mit Schwierigkeiten zu leben. Eben darum weil am Ende Gott auf mich wartet und ich in guten Mächten geborgen bin. Aber ich weiß schon, für einen Atheisten ist das schwer zu verstehen. Aber dafür kann Gott nichts, dass Sie sich in Ihrer Freiheit für den Glaubensweg des Atheismus entschieden haben. Christian

uwelehnert

Nach dem, was ich in Berichten las, ging Dietrich Bonhoeffer gefasst in den Tod. Er musste sich entkleiden, ebenso ein Mitgefangener, der auch gehenkt wurde (um beide zu demütigen?). Der Tod war wohl quälend, weil die Männer zu leicht waren. Aber warum soll sie in diesen Momenten das Gottvertrauen verlassen haben? Ich weiß aus Berichten, dass Menschen ohne Bewusstsein oder mit eingeschränktem Bewusstsein u.U. etwas ganz anderes erleben als Außenstehende.

Glaubensbekenntnis kurzgefasst

Christian schrieb am 14. Januar 2013 um 20:50: "die anderen werden durch ihr Wissen hinfallen" Diese Kurzfassung des Kerns aller Glaubensbekenntnisse gefällt mir gut. Gott wird schon dafür sorgen, dass die Ungläubigen auf die Schnauze fliegen. Dazu ist er schließlich Gott.

So ist das halt nunmal :-)

Schrecklicher Iwan, Sie werden es natürlich nicht glauben :-) aber so ist das halt nunmal. Die einen werden im Glauben von Gott aufgefangen, die anderen werden durch ihr Wissen hinfallen und ihren Nichtglauben bestätigt glauben. Was die bessere Alternative ist wissen Sie ja! Viel Spaß beim hinfallen wünscht Christian!

Perfekte Geborgenheit

Christian schrieb am 9. Januar 2013 um 18:45: "Die aufgefangene Fallerei ist im Glauben zu finden!" Das ist eine erfreulich klare und offenherzige Auskunft. Üblicherweise beansprucht Gott, gerade wegen seiner fiktiven Natur, ein großer Schützer, Helfer und Tröster bei durchaus realen Nöten und Widerwärtigkeiten zu sein. Wenn er jetzt allerdings ein Fallen verhindert, was selber geglaubt werden muss, also in der Wirklichkeit nicht vorkommt, dann schließt sich der Kreis. Erst an die Fallerei glauben, dann daran glauben, dass Gott schon in den Startlöchern steht und das Fallen verhindert. Am besten dann mindestens 4 000 starke Sätze zu diesem Irrtum und ähnlichen Merkwürdigkeiten verfassen. Die alle in einem Büchlein aus der Rubrik besinnlich und lebensklug sammeln. Das wird ein perfektes Konfirmations- oder Weihnachtsgeschenk. Herz, was willst du mehr?

Plumpsgeräusche gibts, wenn überhaupt, nur bei Atheisten :-)

Lieber Iwan, die Antwort ist diesmal sehr leicht. Die aufgefangene Fallerei ist im Glauben zu finden! Pech wenn man keinen hat oder haben will ;-) Beste Grüße, Christian

Kommentar zu Uwe Lehnert

Zu dem Kommentar von Uwe Lehnert: Hallo Uwe, du fragst dich ob Gott auch bei der Hinrichtung von Dietrich Bonhoeffer dabei war? Ich stelle die Frage mal anders, wie kann er nicht dabei gewesen sein ? Gott hat sein Leben erfüllt, mit Glaube, mit Liebe und mit allem was ihm Gott Geschenkt hat. Seine Gefangenschaft am Ende ändert daran nichts. Wir als Christen sind uns durch die Wiederauferstehung Christi, durch die Gabe des heiligen Geistes und die damit Verbundenen Erfahrungen unserer Gotteskindschaft sicher. Für einen Christen gibt es keine Erlösung von dem Tod, nur die "Erlösung vom Leben". Denn der Tod ist uns genommen. Zumindest der Zweite. Sagte nicht Paulus: "Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel" 1. Korinther 15.55 . Fakt ist: wir brauchen den Tod um endgültig frei zu werden von der Sünde. Da ich mir nicht sicher bin wie du es gemeint hast nochmal etwas anders: War Gott dabei als Jesus starb? Natürlich, es war sein Wille! ALLES was geschieht ist der Wille des HERRN. Aber erst dadurch wurde die Sündenvergebung möglich. Wir müssen glauben und vertrauen, dass alles, sowohl das Gute als auch das Schlechte zu unserem Besten dienen, uns der unendlichen Weisheit Gottes anvertrauen. Eine wundersame Errettung wie oft im alten Testament brauchen wir wohl kaum, da der Tod nicht das Ende, sondern nur das Ende der Prüfung und Anfechtung bedeutet. Steht nicht auch irgendwo im Alten Testament, dass ein früher Tod keine Ungnade sondern auch ein Zeichen des Segens durch frühe Vollendung sein kann? Hoffe ich habe deine Frage einigenmaßen geklärt, sonst E-Mail: t [dot] laucht [at] web [dot] de

Plumpsgeräusche

Christian schrieb am 7. Januar 2013 um 19:07: "das Gott uns auch im Tod nicht fallen lässt." Könnten Sie, lieber Herr Christian, vielleicht mal hinschreiben, was Sie mit diesem Bild meinen? Um ein Bild muss es sich wohl handeln, denn von irgendwelchen Plumpsgeräuschen beim Sterben ist nichts bekannt. Diese Bildermalerei mit dem Fallen ist bei Christen sehr beliebt. Niemand kann tiefer als in Gottes Hand fallen usw. Was passiert da, wenn Gott jemanden im Tod nicht fallen lässt? Wie geht es zu, wenn Gott doch anders aufgelegt ist und den Sterbenden fallen lässt? Klar ist, dass ein Gläubiger sich auch beim Sterben die Welt so zusammenreimt, wie ihn der Glaube das gelehrt hat. Ebenso klar ist, dass der Atheist schmucklos atheistisch sein letztes Stündlein verbringt. Wo ist bitte die Fallerei zu finden, die Gott so entschlossen verhindert?

lebensfreude

hallo, mein name ist maria anna und ich bin alkohol und tablettenabhänig und seit 22 jahren trocken und clean. wir haben bei den anonymen alkoholikern einen gelassenheitsspruch und der geht so; "gott gebe mir die gelassenheit, dinge hinzunehmen die ich nicht ändern kann; den mut, dinge zu ändern, die ich ändern kann; und die weißheit, das eine vom anderen zu unterscheiden". wenn ich in ganz großer not bin sage ich mir diesen spruch ein paar mal hintereinander und ich merke daß ich ruhiger werde. ich stelle fest daß ich ein mensch bin, die gerne gläubige christin ist und dieser glaube bringt mich immer wieder zu mir zurück. ich glaube wie ein kind ohne nachzufragen, denn ich habe verstanden daß ich auf ein warum nie eine antwort bekommen werde. es ist mein leben und das läuft nun mal so und nicht anders. ich kann es nur annehmen oder vergeblich dagegen ankämpfen, was ich lange genug (sucht) getan habe und was mich sehr geschwächt und kaputt gemacht hat. eine tiefe sehnsucht befiel mich schon als junges mädchen und das war in völliger abgeschiedenheit ein einfaches leben zu führen, diese ruhe und bescheidenheit sollte meine seele, herz und körper heilen. ich habe heute meinen platz in dieser welt gefunden, auch dank unterstützung meiner familie. es grüßt sie ganz herzlich maria anna

Was ist Gottes Antwort?

Das sind sehr komplexe Fragen bzw. Anschuldigungen die von Herrn Brandl und Lehnert hier benannt werden. Zu den afrikanischen Zuständen kann ich gar nichts antworten, da ich mich darin nicht auskenne und auch keinerlei Hintergründe weiß. Die andere Frage, die vor allem von Herrn Lehnert aufgeworfen wurde, betrifft ja die berühmte Theodizee-Frage: "Warum lässt Gott Leid zu?". Vielleicht ist sie auch eine Antwort auf Herrn Brandls Beitrag. Für mich persönlich gibt es Antworten auf diese Frage. Da Gott uns mit einem freien Willen ausgestattet hat, hat er uns auch die Wahlmöglichkeit zwischen "Gut" und "Böse" gelassen. Wir können uns, wie die Nazis, zum Bösen entscheiden. Wir können uns aber auch, wie Bonhoeffer, dem "Guten" zuwenden. Das eine führt zur Verhärtung der Herzen, das andere zur Liebe. Gott greift nicht ein, weil er dadurch die Willensfreiheit des Menschen beeinflussen würde. Wir wären nicht mehr frei zu entscheiden sondern gebunden an die Übermacht Gottes. Dieses widerum würde keine freie Wahl des "Guten" ermöglichen, da alles "Böse" ersichtlich, unter Zwang verboten wäre. Wenn Bonhoeffers letzte Worte "Das ist das Ende - für mich der Anfang des Lebens" wahr sind, dann wird einem vielleicht klar was es heisst, das Gott mit uns ist. Nicht als Gott der den rächenden und Flammenschwert schwingenden Erzengel Michael sendet, sondern Gott als der Gott, der Jesus war, das Leiden durchlebt hat und uns aufnimmt, gerade eben deshalb weil wir uns nicht dem Bösen hingegeben haben sondern dem Guten. Aller Widerstände, Mainstream und Androhungen entgegen, wunderbar geborgen in dem Wissen das Gott uns auch im Tod nicht fallen lässt. Warum sollte Jesus den sonst gestorben sein? Als Beweiß dafür, dass die "Bösen" das Sagen haben und Gottes Willen folgen?

Provozieren!

Ich denke, dass die Frage von Uwe Lehnert sehr berechtigt ist. Wo ist der angeblich alle liebende Gott? Ich habe als Arzt in einem Evangelischen Krankenhaus in Afrika, dass auch durch die EKD und ihre Missionswerke gefoerdert wird, gearbeitet. Die Kirche dieses ganzen afrikanischen Landes wird hauptsaechlich durch die EKD und Kirchen aus den USA und Skandinavien finanziert. Seit 100 Jahren ohne ausreichende Buchfuehrung und ohne Ueberpruefungen. Das fuehrt dazu, dass offensichtlich der Grossteil der Gelder durch Bischoefe und deren Angestellten (unter Kollaboration von Missionaren) gestohlen wird. Wenn sich Afrikaner (Journalisten, Wirtschaftspruefer, Wissenschafter, Krankenschwestern, Patienten) gegen diese Verbrechen auf dem Ruecken der Aermeren wehren und Gerechtigkeit fordern, dann werden diese Afrikaner durch die EKD im Stich gelassen, verschwiegen, verleumdet und schweren Menschenrechtsvergehen (wie Therapieverschlechterungen), die zu deren Tod fuehren, ueberlassen. Auch diese Menschen vertrauen (und verzweifeln - wie vermutlich der betrogene Bonhoefer, den ich vor Jahren auch bewunderte) an ihrem Gott, der sie angeblich schuetzen soll. Erzaehlt und eingeimpft haben ihnen den "schuetzenden Gott" jene Missionswerke und Missionare, die einerseits dafuer verantwortlich sind, dass Gelder der EKD unbescholtene, aufrechte Afrikaner unterdruecken und deren Leben zerstoeren und die anderrseits von den Spendengeldern leben. (In der letzteren Tatsache vermute ich wohl die Ursache fuer Lug und Betrug bis an die Spitze der EKD). Ich denke schon, dass sich Christen von diesen Widerspruch zum "schuetzenden Gott" - der es offensichtlich mit den Taetern in der Kirche besser meint als mit deren Opfern - provoziert fuehlen sollten. Die Erfahrung sagt mir aber eher, dass Verschweigen, Angriffe und Luegen die Reaktionen sein werden.

Gott mit Uns

Gott war nur auf den Gürtelschnallen der Nazis dabei, jeder kennt doch den Spruch "Gott mit Uns" der auf den Gürtelschnallen stand. Jeden Morgen und jeden Abend konnten die Gefangenen diesen einen Spruch lesen. Ich bin der Meinung dieses Gedicht ist eine Ironische anspielung darauf.

Tolle Idee, diese Mut-Mach-und-Überlebens-Sprüche

Schade, dass nicht alle Sprüche und die dahinter verborgenen Geschichten den Weg in Ihr Heft fanden: Ich habe das Lesen genoßen und toll, wenn es in Kürze ein Buch dazu gibt. Ich habe auch zwei Sprüche, die in einer auswegslos, erscheinder Situation Mut machen und fröhlich stimmen: - Wo viel Schatten- auch viel Sonne -Wenn eine Tür zugeht, geht auch wieder eine auf und dann man muss nur noch die Tür zum Schloss nehmen und alles wird gut! Die Sprüche sind nicht von mir (lediglich ein wenig von mir abgewandelt), aber sie spenden mir Trost und machen mich fröhlich, wenn es mal nicht so geradelinig läuft.. Alles Gute und dass jeder Leser, seinen "Spruch" fürs Leben findet.

Gott ist bei uns am Abend und am Morgen

»Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.« Diese von Hoffnung und Zuversicht sprechenden Zeilen stammen bekanntlich von dem Theologen Dietrich Bonhoeffer. Wenige Wochen nachdem er das bewegende Gedicht, aus dem dieser Vers stammt, in Konzentrationslagerhaft vollendet hatte, wurde er erbarmungslos am Galgen zu Tode gebracht. War Gott – »bei uns am Abend und am Morgen« – auch bei der Hinrichtung dieses aufrechten Mannes dabei? War er verlassen und enttäuscht von einem Gott, bei dem er sich geborgen glaubte? Hat er wie die sieben Millionen Menschen jüdischer Herkunft auch vergeblich auf den erflehten Beistand gehofft? Ich will keinen Gläubigen provozieren, aber fragen möchte ich schon dürfen. (www.uwelehnert.de)

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