Religion für Einsteiger: Ist Gott eine Erfindung des Menschen?

Die Erfahrung von Generationen
Der Glauben ist ein geistiger Virus, sagt der eine. Reine Einbildung, ein anderer. Und warum hält sich Religion so lange?

Foto: Michael Ondruch

Der Mensch schuf Gott nach seinem Ebenbild. So könnte man, in Umkehrung eines Satzes aus der biblischen Schöpfungsgeschichte, den Philosophen Ludwig Feuerbach zitieren. Feuerbach (1804–1872)hielt Gott für eine Projektion des Menschen: Das, was er zu erkennen glaubt, ist nur ein Spiegelbild seiner seelischen und körperlichen Bedürfnisse. Ein ganzes System von Gedanken und Bräuchen bildete sich aufgrund dieser Projektionen im Laufe der Geschichte heraus. Der Ursprung der Religion liegt aber im Menschen selbst.

Henning Kiene ist Pastor und hat mit seinen Konfirmanden oft diese Frage besprochen: Wer oder was ist Gott?

Auch Sigmund Freud (1856–1939), der Vater der Psychoanalyse, hält die Religionen für menschengemacht. Seine Be­obachtung setzt bei der Angst und Be­dürftigkeit des Menschen an: Glauben ist für ihn organisierter Widerstand gegen die eigene Angst und gegen Begrenzungserfahrungen. Auch hilft der Glauben, überschäumende Emotionen wie den Hass aufzufangen und auf jenseitige Instanzen abzuleiten. Der Ursprung der Religion liegt auch für Freud im Menschen selbst.

Religion bringe Vorteile in der Evolution, sagt Richard Dawkins

Interessant, aber strittig ist auch ein dritter Anhänger der Theorie, dass der Mensch Gott erschuf und nicht umgekehrt. Die Version von Richard Dawkins (Jahrgang 1941), einem britischen Zoologen: Der Mensch erfand die Religion, weil sie ihm Vorteile bringt in der Evolution. Glaube macht stark und entschlossen. Es bringt, so Dawkins, Selektionsvorteile, sich an den Satz zu halten: „Glaube alles, was die Erwachsenen dir sagen, ohne ­weiter nachzufragen“ („Der Gotteswahn“). Der Nachteil solchen Vertrauens: sklavische Leichtgläubigkeit. Für Dawkins ist der Glauben ein geistiger Virus, religiöse Erziehung Kindesmissbrauch. Religion, die vermeintliche Stütze fürs Leben, erscheint ihm als Fessel. Die Erfindung der Religion schlägt auf den Erfinder zurück.

Aber stimmt das? Dass der Glauben Vorteile für die Bewältigung des Lebens bietet, heißt noch nicht, dass Menschen ihn aus freien Stücken entworfen hätten. Auch wenn die Anfänge der Religionen weitgehend im Dunkeln liegen, legen schon die ältesten Kulte Wert darauf, dass sie ge­offenbart und keineswegs von Sehern oder Priestern erfunden wurden. Eine Schutzbehauptung? Nein. Religion wurde und wird grundsätzlich als eine dem Menschen von außen entgegentretende Welt verstanden. Fulbert Steffensky, der evangelische Theologe und Buchautor, hat es einmal auf die Formel gebracht: „Es gibt keine Befreiung in der eigenen Tiefe.“

Die menschliche Psycho kommt mehr in den Blick

Allerdings gab es in der evangelischen Kirche auch eine Überpointierung des Gedankens, dass alles von Gott kommt, nur wenig vom Menschen: zum Beispiel in der „Dialektischen Theologie“ des Schweizers Karl Barth. In seiner Theologie treten die menschlichen Stärken weitgehend zurück. Alles, was der Mensch hat, verdankt er letztlich Gott. Diese radikale Position verliert in der evangelischen Kirche zunehmend an Bedeutung, die menschliche Psyche kommt mehr in den Blick.

Ein „erfundener“ Glaube, der nur das Spiegelbild der eigenen Bedürfnisse wäre, würde sich selbst überflüssig machen. Gerade weil Glaube mehr ist als die Summe persönlicher Erfahrungen, wirkt er wie ein notwendiges Korrektiv im Alltag. Religionen zeichnen sich dadurch aus, dass sie auf die Lebens- und Glaubenserfahrungen von etlichen Generationen zurückgreifen. Auch die Bibel ist eine solche Sammlung von Glaubensberichten aus vielen Jahrhunderten, jeder aus einer eigenen Er­fahrungen erwachsen. Aber man darf zwei Dinge nicht verwechseln: die Subjektivität der Schilderungen und eine freie „Erfindung“ des Glaubens. Menschen suchen zu allen Zeiten nach eigenen Worten für ihren Glauben und eigenen Bildern für ihren Gott, aber das bedeutet nicht, dass sie zu Religionsstiftern würden.  

Manchmal wird der Glauben verglichen mit dem Vertrauen und der Liebe zwischen zwei Menschen. Zwar mag es Verliebten so erscheinen, als hätten sie die Liebe erfunden und niemand vor ihnen hätte so intensiv geliebt wie sie selbst. Doch spricht einiges dafür, dass es die Liebe auf Erden immer schon gegeben hat.

Lesermeinungen

Die Mehrheit der Menschen leidet unter einer Zwangsvorstellung. Der jenige der einen Gott braucht, eben die Mehrheit, nun gut solange sie die anderen nicht mit ihrer Neurose belästigen, sei°s drum es ist eben so.
Gott ist auch unheimlich praktisch, hat nicht schon vor tausenden von Jahren sehr gut zum Macherhalt verschiedener Kasten beigetragen. Die Gottesvertreter behaupten sie hätten einen persönlichen Draht zu Gott und als deren besondere Leistung wird durch senden eines Faxes in Form eines Gebetes z.B. ein Antrag weitergerecht. Für solche Dienste müssen solche Geistesgutmenschen dann eben von den Glaubenssüchtigen reichlich Alimentiert werden. Das Geschäftsmodell funktioniert schon seit Jahrtausenden in allen Kulturen. Keine greifbare Leistung bei gutem Einkommen. Die Minderheit muss sich geben damit abfinden. Eine von Menschen erdachte Kopfgeburt.
Wieso behaupten die Kleriker Gott wäre ein Mann ? Ist das nicht auch ein gutes Mittel seit Jahrtausenden die Frauen zu unterdrücken, eben Macht.
Religion bedeutet Macht , Unterdrückung , Ausbeutung , Verdummung.

Hikaru Sulu schrieb am 3. Januar 2014 um 6:48: "das Wissen um die Existenz Gottes ist in unseren Genen eingeschrieben" Das ist sensationell. Könnten Sie mir den Genort auf der genetischen Karte verraten? Mutmaßlich ist auch das Vegetariertum genetisch verankert. Wieviele Basenpaare liegen denn zwischen diesen beiden Genen?

Nein, Gott ist alles was ist. Es gibt nichts was nicht Gott ist. Alles ist innergöttlich. --- Das "Problem" ist nicht die Existenz (für Atheisten/innen, die Nichtexistenz) Gottes (es gab Gott schon vor den Menschen - Er/Sie ist der/die Schöpfer/in und die Schöpfung zugleich - wie das Leben eben), sondern die Aussagen der Religionen über Gott. Und die sind zB in der Bibel zu 90% Gott verunglimpfend. Als hassten die Autoren (/innen waren wohl nicht dabei) Gott, unterstellen Sie Ihm (einem externen, offensichtlich männlichem Superwesen - also vom Menschen getrennt - das seine Gefühle nicht immer im Griff hat) die übelsten Sachen. Am hässlichsten für mich, diese Lüge: Gott wäre bedürftig nach Zuwendung, verlangt von uns ein definiertes Verhalten, sonst ewiges Folter-KZ. Der Haupt-Bibelinhalt: der allmächtige Gott will etwas von uns Menschen und kriegt es nicht, weil wir in der Lage sind es Ihm zu verweigern. --- Diese Annahme steht auch sehr böse da: Jemand könne ewig (das Bioleben ist nach 1000 Jahren vergessen) im Himmel glücklich wellnessen mit dem Wissen, zu gleicher Zeit (also viele Millionen Jahre lang) werden seine Brüder und Schwestern in der Hölle gequält. Wer das kann, sollte sich hier outen. Es gibt kein Argument für so eine Mega-Scheußlichkeit. --- Religionen sind durch solche Gottbeschreibungen Erzeuger von Atheismus, denn das Wissen um die Existenz Gottes ist in unseren Genen eingeschrieben, wie die Liebe.

Meine Güte, ich guck ja nur ab und zu vorbei...aber hier gibts ganz schön viel blablabla. Da gibts inhaltgeschwängerte Statements, logische Logiken usw. hej, hier gehts um "GLAUBEN" und nicht um Logistik! Wer Logistik möchte kann sich im Treff für Logiker aufhalten, wem es um Glauben geht, denjenigen sei diese Seite empfohlen. Gott ist weder eine Standardannahme noch etwas , dass es zu beweißen gilt! Wenn das jemand möchte, bitte! Dann aber die Logikseite anklicken und 1 + 1 rechnen! Und bloß nicht über den Tellerrand schauen, das wäre unlogisch ;-)

Die Frage ob Gott eine Erfindung des Menschen ist, läßt sich scheinbar leicht beantworten:
Für einen Gläubigen nicht, für einen Ungläubigen schon.

Wie immer ist die Sache etwas mehrschichtiger. Klar ist, die göttliche Offenbarung geschieht so oder so in menschlicher Sprache. Sprache ist als nicht eineindeutiger Code zwanghaft fehlerhaft, also menschlich. Die Offenbarung muß menschlich fehlerhaft sein.
An der Bibel ist dieser Umstand schon allein daran zu erkennnen, daß sie einen Offenbarungsprozeß beschreibt und eben nicht eine adhoc vollständige, abgeschlossene und unfehlbare Epiphanie.

Als Gläubiger steht man somit vor der Wahl wie man mit dieser Fehlerhaftigkeit umgeht.
Man kann sie mit unbedingtem Glauben ausblenden und keine Zweifel zulassen und so tun, als ob man den Text wortwörtlich nehmen würde.
Man kann an seinem Zweifel verzweifeln und den Glauben abschütteln wie einen juckenden Stachel.
Man kann, wie es schon Abaillard im 11. Jh. schrieb, den Zweifel für sich fruchtbar als Inspirationsquelle nutzen. So wie es falsifizierende Wissenschaft und eine Rechtsprechung mit einem "in dubio pro reo" auch macht.

Die Frage ob Gott erfunden oder offenbart ist, ist völlig nebensächlich.
Wer an Gott glauben will und kann, tut es. Dabei spielt es keine Rolle wieviel dieser Offenbarung menschlich ist, allein deshalb weil es eben eine Offenbarung für Menschen ist.
Die spannende Frage, wie gehen wir als Gläubige sinnvoll mit dem darum gebotenen Zweifel, der den Glauben lebendig hält, um, scheint mir die Zukunftsfrage der Religion zu sein.
Der eigentlich längst abgehakte Positivistenquark aus dem vorletzten Jahrhundert muß doch nun wirklich nicht nochmal durchgekaut werden.

Ich beneide Leute, die das können, die einfach sagen: "Vertrau´ auf Gott!" Und wenn dann geholfen wird, was es eben Gott. Herrlich![/quote]

Auf demselben kindlichen Urvertrauen basiert das Bedürfnis, sich zu verlieben. Jeder träumt von der großen Liebe. Manchmal klappt's, meistens nicht.

Auch wenn die Anfänge der Religionen weitgehend im Dunkeln liegen, legen schon die ältesten Kulte Wert darauf, dass sie ge­offenbart und keineswegs von Sehern oder Priestern erfunden wurden. Eine Schutzbehauptung? Nein

Und ob! Sämtliche Religionen fußen auf der menschlichen Angst vor dem Tod und manipulieren die Sterblichen in ihrem Sinn.

Religion ist ein Machtinstrument, welches irrationale menschliche Ängste nutzt, Menschen gefügig zu machen, intelligente Menschen dumme Dinge tun läßt. Deshalb legen auch die allerdümmsten Religionen Wert darauf, "offenbart" und keineswegs erfunden zu sein.

Aus der Angst vor dem imaginären "großen Bruder", welcher Dir im Jenseits den Arsch versohlt, wenn Du im Diesseits nicht tust, was ICH dir heiße, schöpft sich alle Kraft der Religionen. Die Angst, in Ewigkeit Kröten schlucken zu müssen, läßt Gläubige im Diesseits Kröten schlucken -- immer in der Verheißung, der Tod sei nicht das Ende.

Was ich aber nicht begreife, ist, wie man den Zweifel an Gottes Existenz ausblendet, um mitzumachen. Ich war schon probeweise bei zwei verschiedenen Religionen in der Versammlung/ Gottesdienst. Es ist ja auch alles schön, aber ich komme mir immer vor wie im falschen Film.

Der Wunsch nach Zugehörigkeit ist stärker als die Vernunft. Die ZugeHÖRIGkeit zu einer Gruppe Jedweder Art war stets besser, als auf sich gestellt zu sein. Im Widerstreit des Wunsches nach Geborgenheit wider den Intellekt obsiegt IMMER ERSTERER. So machen sich Systeme den Menschen gefügig.

Aufgrund des Entwicklungsstandes von Naturwissenschaften, Astrologie, Medizin ... müßte es eigentlich jedem klar sein, dass GOTT (Heilige Väter, Jehova, Messias, Alah, Engel usw.) in der praktizierten Form so nicht existiert, uns auch keine Geister und Geschöpfe aus dem Jenseits lenken. Nun sind religöse Einrichtungen überall Kulturgut, das soziale Arangement der Kirche auch unstrittig, wie die ökonomische Macht und der politische Einfluß.
Es findet sich in diesem System ein Platz für jeden "Gutmenschen". Was ich aber nicht begreife, ist, wie man den Zweifel an Gottes Existenz ausblendet, um mitzumachen. Ich war schon probeweise bei zwei verschiedenen Religionen in der Versammlung/ Gottesdienst. Es ist ja auch alles schön, aber ich komme mir immer vor wie im falschen Film. Da hilft auch kein Studium alter Bücher und Weisheiten. Man kommt an der Frage "Wo ist denn nun Gott?" nicht vorbei :-) . Und diese diffusen Erklärungen "Gott ist in Dir ..." sind auch keine Hilfe.
Auf dieser Basis kann ich mich nicht einbringen. Ich beneide Leute, die das können, die einfach sagen: "Vertrau´ auf Gott!" Und wenn dann geholfen wird, was es eben Gott. Herrlich!

We made the mountains shake with laughter
As we played hiding in our corner of the world
Then we did the demon dance and rushed to nevermore
Threw away the key and locked the door

R. J. Dio (Children Of The Sea)

Das Bewusstsein des Menschen arbeitet mit Worten und Zahlen, das Unterbewusstsein mit Bildern und Metaphern. Das Unterbewusstsein lässt sich programmieren und damit der Kulturmensch durch selektive geistige Blindheit an eine noch fehlerhafte Makroökonomie anpassen, indem elementare makroökonomische Zusammenhänge mit archetypischen Bildern und Metaphern exakt umschrieben und diese dann mit falschen Assoziationen und Begriffen verknüpft werden, an die der Untertan glaubt. Der Glaube an die falschen Begriffe erzeugt eine geistige Verwirrung, die es dem Programmierten so gut wie unmöglich macht, die makroökonomische Grundordnung, in der er arbeitet, zu verstehen; noch weniger kann er über die Makroökonomie, die in den Grundzügen seine Existenz bestimmt, hinausdenken. Diese Technik, die in früheren Zeiten – etwa bis zum 6. vorchristlichen Jahrhundert – noch eine exakte Wissenschaft war und die nur von eingeweihten Oberpriestern betrieben werden durfte, nennt sich “geistige Beschneidung von Untertanen”, bzw. Religion = Rückbindung auf künstliche Archetypen im kollektiv Unbewussten. Auch das, was heute “moderne Zivilisation” genannt wird, entstand aus der Religion

Danke an Heinz-Jürgen Buhrke! So sehe ich das auch.
Dietrich Bonhoeffer hat gesagt: EINEN GOTT DEN ES GIBT; GIBT ES NICHT.

99 % von dem, was wir über Gott sagen und denken, sind unsere menschlichen Projektionen. So gesehen ist Gott eine Erfindung des Menschen.

Davon unabhängig gibt es, so glaube ich, Gott wirklich, den Ursprung allen Seins und allen Lebens, das höchste Gute, die allumfassende Liebe, und wie man ihn auch immer beschreiben will. Gott ist anders als unsere Begriffe und Projektionen, er übersteigt sie, aber wir haben nun mal nichts anderes. Für uns Menschen ist es gut und lebensfördernd, sich in Beziehung zu Gott zu setzen und zu sehen, aber wir müssen immer wieder aufpassen, dass sich unsere Gottesbilder nicht verselbstständigen.

Es ist schwierig, eine Beziehung zu einem abstrakten und allein deshalb als fern empfundenen Gott aufzubauen. Wir Christen haben den großen Vorteil, dass in Jesus Christus Gott Mensch geworden ist und uns ein großes Stück Weges entgegen gekommen ist.

Die eigentliche Frage, um die es uns gehen sollte ist die, ob Gott nur außerhalb des Menschen existiert, wie das zum Beispiel das Judentum oder der Islam lehren, oder ob Gott nicht auch im Menschen lebt. Dass Gott Mensch geworden ist, auf dass der Mensch Gott werde - wie es in der frühen Kirche hieß, ist der entscheidende Unterschied zwischen allen anderen Religionen. Denn nur dadurch ist das Menschheitsproblem gelöst (s. dazu: http://geheimnisdesmenschen.blogspot.de/2008/10/das-urproblem-des-mensch... ) Nun erst kann der Mensch vom Leiden endgültig frei werden (s. dazu: http://geheimnisdesmenschen.blogspot.de/2010/02/der-weg-zum-heil-teil-1.... und
http://geheimnisdesmenschen.blogspot.de/2010/02/der-weg-zum-heil-teil-2.... ).

Nur das Ewige (also Gott) kann Ursache alles Zeitlichen sein, da alles Zeitliche seinen Ursprung nicht in sich selbst haben kann. Also ist Gott keine Erfindung der Menschen. Die Naturwissenschaft verweißt selbst auf den Primat des Geistes und damit Gott und die Unsterblichkeit des Menschen (s. dazu: http://der-philosoph.cms4people.de/55.html )

Gott ist keine Erfindung des Menschen, aber der Gottesglaube wurde aus Machtgründen institutionalisiert.
So liegt z. B. der Ursprung unseres Glaubensbekenntnisses in der arianischen streitbaren Entstehungszeit der chrtistlichen Kirche.
Es entstand im 4. Jhdt. zur Sicherung, als Garant des Machtbereichs des Kaisers (Konstatin II.).
Die erzwungene Religionsausübung stabilisierte den Staat mehr als Verwaltung und schweißtriefende Arbeit.
Die christliche Religion wurde deshalb mit dem Schwert durchgesetzt.

So sind die obligatorischen Glaubenssymbole und -legenden durch den Glaubesstreit der damaligen Zeit und durch Jahrhunderte langes Einüben
in den heutigen christlichen rituellen Gottesdienstabläufen fest zugehörig.

In der evangelischen Kirche, dem Protestantismus, werden vornehmlich kognitive Glaubenssymbole und Glaubenslegenden gepflegt.
"Ein Protestantismus, in dem Meditation und Kontemplation, Ekstase und
- mystische Vereinigung keinen Raum mehr haben, hat aufgehört, Religon zu sein; er ist zu einem intellektuellen und moralische System in traditionellen religiösen Begriffen geworden." (Paul Tillich)

Danke für die ausführlichen Erörterungen; ein einfaches JA. hätte genügt. "Eure Rede aber sei: Ja! Ja! Nein! Nein! Was darüber ist, das ist vom Übel." Matthäus 5,37.

Auf http://www.covertmessiah.com/ wird behaupted, dass Jesus eine Erfindung der Römer war und gesagt, dass er möglicherweise die einzige literarische Person sein, deren ganzes Leben auf andere Quellen zurückgeführt werden kann. Weiter heißt es, dass wir die Wahrheit über unsere Vergangenheit wissen sollten, um zu verstehen warum Regierungen falsche Geschichte und falsche Götter produziert.

Wenn Gott über die Eigenschaft Allwissenheit verfügt, dann wüsste er, wie schwer so viele Menschen mit der Frage ringen, ob es ihn gibt und ob er sich für uns Menschen interessiert. Dann würde er erkennen, wie verzweifelt sie seine Antwort erflehen und wie sehr sie sich nach seiner beschützenden Hand sehnen. Da wir diesen Gott offensichtlich in seiner Unerforschlichkeit und Rätselhaftigkeit mit unserem Verstand nicht erfassen und schon gar nicht uns seiner Existenz vergewissern können, wäre es doch an ihm, sich uns zu offenbaren. Aber in einer verständlichen und eindeutigen Weise, nicht über offensichtlich von Menschen erdachte und niedergeschriebene Texte wie die Bibel oder den Koran.

Die Tatsache, dass Gott sich so wenig eindeutig äußert und nur über fast beliebig interpretierbare Zeichen zu uns spricht und ansonsten »schweigt und schweigt und schweigt«, wie der Theologe Hans Küng in seinem Buch »Credo« formuliert, ist für mich ein besonders schwerwiegendes Argument gegen die Annahme eines Gottes, der die Welt angeblich liebt und an uns interessiert ist. Aber auch die Existenz so vieler verschiedener Religionen mit je einer anderen Gottesvorstellung, die daraus folgenden über Jahrtausende bis heute gegeneinander geführten Glaubenskriege und das gleichgültige Schweigen dieser Götter angesichts der in ihrem Namen begangenen, nicht mehr in Zahl und Maß fassbaren Verbrechen gegen die Menschlichkeit bilden für mich eine ebenso schwerwiegende Begründung, dass es den uns suggerierten »lieben Gott« oder »barmherzigen Gott« nicht geben kann. Er ist schlicht und einfach eine gedankliche Konstruktion, eine Wunschvorstellung, entstanden aus der tief empfundenen Sehnsucht der Menschen nach Schutz, Halt, Sinn und Tröstung.

Aber vielleicht verlangt die soziale Natur des Menschen einfach so intensiv nach einem Partner, dass man ihn sich einfach nur vorstellen muss, um das Gefühl nach Nähe und Kommunikation zu befrieden. Offensichtlich lebt so manch Bedrängter in einer – wenn auch nur gedanklichen – Gemeinschaft leichter, hoffnungsvoller und erfüllter. Viele Menschen brauchen offenbar ein allmächtiges »Du«, dem sie ihre Wünsche, Hoffnungen, Verzweiflung anvertrauen können. Der Gottesglaube also eine Folge der sozialen Natur des Menschen und damit ein Ergebnis der Evolution?

Von dem französischen Dichter und Kunstkritiker Charles Baudelaire stammt der bemerkenswerte Satz: »Gott ist das einzige Wesen, das, um zu herrschen, noch nicht einmal selbst zu existieren braucht.« (www.uwelehnert.de)

Nein, er ist nach dem gleichen Prinzip des »Blinden Uhrmachers« entstanden wie Sprache, Musik und Pornographie. Durch Evolution im Wechselspiel von Zufall und Notwendigkeit.

Religion ist die Fortsetzung der Biologie mit den Mitteln der Kultur.

Es begann vor 800 Mio. Jahren, als die Natur den Sex »erfand« - die geschlechtliche Rekombination von Genen. Als dann die Neuronen entstanden vor ca. 500 Mio. Jahren war Teil mit den Ritualen, Stereotypen Handlungen und der Mischung von Sinneseindrücken (Drogen, Lichtspiele, Gesang) bereits vorgezeichnet.

Oh, das ist aber süß, wenn man die Bibel als Sammlung wichtiger Erfahrungen darbietet, die Bibel ist eine Sammlung aus "Tötet die Ungläubigen!", "Oh, wir armen, kleinen Juden, Gott möge eine neue Sintflut schicken und sie ersäufen!" und "Wir Juden können es einfach nicht ertragen in der Nachbarschaft solch überlegener Kulturen zu leben, wir erfinden ein paar böse Geschichten und machen sie zum Teil unserer Religion!" und das neue Testament besteht aus "Ersäuft mit mir meine Kritiker, ihr braven Christen!", "Jagd den Homo, den Apostaten, ..." , "Juden, seid nett zueinander und zu Juden!", " Ich bin Jesus, der einzig wahre Jude, ihr ungläubigen Pharisäer!" und "Die Barbarei des alten Testaments möge fortgesetzt werden!".

Die Veränderung der Umstände zwingen jede Religion sich zu verändern, wer das nicht sieht, muß schon wirklich ignorant und blind sein und seinen ganzen Verstand an die religiöse Gehirnwäsche verloren haben. Man nehme nur mal dieses Unding namens evangelische Kirche und wie die sich ändern mußte, der kleine Luther würde einen Kreuzzug anfordern, wenn er sich die moderne evangelische Kirche anschauen müßte, um den wahren Glauben zu erneuern.

Und die zitierte Christentheologenbande ist ja niedlich, sie hat aber noch nie Blick in andere Religionen geworfen, zum Beispiel den Wandel des Dionysos-Kults und die Verweltlichung des griechischen Theaters, oder sich gar mal den Menschen und dessen Art zu handeln angeschaut. Menschen lügen und betrügen, wenn sie religiös sind besonders gerne, wenn sie wollen, daß sie die einzig wahre Wahrheit verkaufen, dann lügen sie noch mehr. Hat wohl auch keiner den Herrn der Fliegen lesen müsssen.

Zudem muß auch wieder einmal darauf hingewiesen werden, daß der Monotheismus nur eine Spielart von vielen ist, Animismus, Schamanismus, Hinduismus, der agnostisch-atheistische Buddhismus, der Polytheismus in seinen vielen Formen, nur weil viele davon von Christen und Muslimen ausgelöscht wurden, ändert das nichts an deren Wahrheitsanspruch oder den unheimlichen Wandel, den diese Kult vollzogen, der Pantheismus, ... und all die anderen haben alle den gleichen Anspruch auf absolute Wahrheit und den Anspruch bei solchen Themen angesprochen und besprochen zu werden.

Aber nichts grenzt ja an die Allmacht der christlichen Ignoranu und der christlichen Selbstverliebtheit.

Wenn Gott über die Eigenschaft Allwissenheit verfügt, dann wüsste er, wie schwer so viele Menschen mit der Frage ringen, ob es ihn gibt und ob er sich für uns Menschen interessiert. Dann würde er erkennen, wie verzweifelt sie seine Antwort erflehen und wie sehr sie sich nach seiner beschützenden Hand sehnen. Da wir diesen Gott offensichtlich in seiner Unerforschlichkeit und Rätselhaftigkeit mit unserem Verstand nicht erfassen und schon gar nicht uns seiner Existenz vergewissern können, wäre es doch an ihm, sich uns zu offenbaren. Aber in einer verständlichen und eindeutigen Weise, nicht über offensichtlich von Menschen erdachte und niedergeschriebene Texte wie die Bibel oder den Koran.

Die Tatsache, dass Gott sich so wenig eindeutig äußert und nur über fast beliebig interpretierbare Zeichen zu uns spricht und ansonsten »schweigt und schweigt und schweigt«, wie der Theologe Hans Küng in seinem Buch »Credo« formuliert, ist für mich ein besonders schwerwiegendes Argument gegen die Annahme eines Gottes, der die Welt angeblich liebt und an uns interessiert ist. Aber auch die Existenz so vieler verschiedener Religionen mit je einer anderen Gottesvorstellung, die daraus folgenden über Jahrtausende bis heute gegeneinander geführten Glaubenskriege und das gleichgültige Schweigen dieser Götter angesichts der in ihrem Namen begangenen, nicht mehr in Zahl und Maß fassbaren Verbrechen gegen die Menschlichkeit bilden für mich eine ebenso schwerwiegende Begründung, dass es den uns suggerierten »lieben Gott« oder »barmherzigen Gott« nicht geben kann. Er ist schlicht und einfach eine gedankliche Konstruktion, eine Wunschvorstellung, entstanden aus der tief empfundenen Sehnsucht der Menschen nach Schutz, Halt, Sinn und Tröstung.

Aber vielleicht verlangt die soziale Natur des Menschen einfach so intensiv nach einem Partner, dass man ihn sich einfach nur vorstellen muss, um das Gefühl nach Nähe und Kommunikation zu befrieden. Offensichtlich lebt so manch Bedrängter in einer – wenn auch nur gedanklichen – Gemeinschaft leichter, hoffnungsvoller und erfüllter. Viele Menschen brauchen offenbar ein allmächtiges »Du«, dem sie ihre Wünsche, Hoffnungen, Verzweiflung anvertrauen können. Der Gottesglaube also eine Folge der sozialen Natur des Menschen und damit ein Ergebnis der Evolution?

Von dem französischen Dichter und Kunstkritiker Charles Baudelaire stammt der bemerkenswerte Satz: »Gott ist das einzige Wesen, das, um zu herrschen, noch nicht einmal selbst zu existieren braucht.« (www.uwelehnert.de)

Interessante Frage; leider geht E. Kopp nicht näher auf die Thesen von Feuerbach, Freud, Dawkins ein oder macht gar den Versuch, sie zu widerlegen. In diesem Zusammenhang wäre insbesondere auch Schopenhauer zu nennen, der von sich selbst schreibt, daß er schon im Alter von 14 / 15 an der Existenz eines gnädigen, allgütigen, allwissenden, allmächtigen, all - usw. - Gottes zweifelte, da dies in schreiendem Widerspruch zur Wirklichkeit stehe (Theodizee - Problem). Viel schlüssiger sei die Vorstellung eines Gottes von unendlicher Bosheit, welcher sich am Leid seiner Geschöpfe "ergötze" (sic!). Nun, darüber kann man diskutieren; aber die Frage war ja: War es der Mensch, der Gott "erfunden" hat? - So platt kann man das allerdings nicht bejahen. Vermutlich ist die heute gängige Gottesvorstellung das Ergebnis einer sehr langen Entwicklung, die vielleicht schon mit der Entstehung des menschlichen Sprachvermögens einherging. Auch die Sprache hat ja nicht damit begonnen, daß vor sagen wir 500.000 Jahren irgend ein kluger "Affe" plötzlich anfing, Volksreden zu halten. Und bekanntlich ist ja auch die Bibel nicht eines Tages vom Himmel geplumpst, in der Weise, wie manche Muslime sich die Entstehung des Koran vorstellen, sondern Ergebnis einer vielhundertjährigen Fleißarbeit, in welcher sich das Gottesbild auch wandelte: Vom himmlischen Grobian mit allen Zügen eines gewalttätigen Stammesfürsten hin zum heutigen, nicht mehr faßbaren apersonalen Abstraktum ("Gott ist der Ganz Andere"), über den zwar ganze Bibliotheken voll geschrieben werden, dem man aber gleichwohl keinen Deut näher kommt.

ich finde keine Belege für die Behauptung, dass Gott keine Erfindung des Menschen sei.

Um seinen Glauben zu begründen reicht es nicht aus, die Argumente der Gegner zu entkräften, wie es hier versucht wird.

Gott ist – logisch gesehen – nicht die Standardannahme, die es zu widerlegen gilt. Wer behauptet, es gäbe einen Gott, der muss zeigen, was dafür spricht. Das bleibt der Artikel schuldig, somit handelt es sich um das apologetische Standardmanöver "Nur weil Gott wie eine Projektion aussieht, muss er noch keine sein".

Abgesehen davon wird Richard Dawkins hier m.E. falsch wiedergegeben. Ich verstehe ihn so, dass er nicht sagt, dass Religion evolutionäre Vorteile hat (es gibt auch Leute, die das glauben), sondern dass sie das Nebenprodukt von Verhaltensweisen ist, die evolutionär vorteilhaft waren, z.B. "Glaube deinen Eltern".

Der Mensch schuf sich Religionen, weil "er sonst die Grausamkeit der Evolution nicht aushalten könnte." (Eugen Drewermann)

Hier zu würde ich mal wirklich gern die Meinung von Paul Haverkamp aus Lingen wissen. Der bisher nur durch Kommentare gegen die Kath. Kirche hier auffällt.

Dieser Artikel wundert mich etwas. Es gibt doch das apostolische Glaubensbekenntnis, in diesem sind alle Glaubensgrundsätze der Christen vereint. Entweder wir glauben an Jesus der auferstanden ist und Gott selbst ist oder wir glauben es nicht. Die menschliche Psyche hat in diesem Sinne keine Bedeutung. Ob Glaube Erfindung des menschlichen Geistes ist oder nicht spielt ja keine Rolle. Auch Atheisten glauben an etwas, beweisen können sie es nicht. Ebensowenig können wir Christen beweisen, dass es Gott gibt. Der Unterschied liegt darin, dass die einen an Gott glauben, die anderen "glauben" an keinen Gott. Wer Recht hat entscheidet sich vielleicht nach dem Tod. Ein erfundener Glaube ist ja auch der Atheismus, schließlich glauben Menschen daran ohne ihn beweisen zu können. Worin liegt also der Unterschied? Ganz einfach, die einen glauben an das Evangelium, dass es sich wirklich so zugetragen hat wie im apostolischen Glaubensbekenntnis, die anderen glauben an das, was ihrer Meinung nach Glauben ist, selbst wenn es ein "Nichtglauben" ist. Ob Gott eine Erfindung des Menschen ist lässt sich also weder beweisen noch widerlegen. Es ist halt Glaubensfrage. Wer am Endeffekt glücklicher ist von beiden, naja das kann nur Gott oder das Nichts entscheiden :-)

Zitat aus dem Artikel: "Religion wurde und wird grundsätzlich als eine dem Menschen von außen entgegentretende Welt verstanden." Was hier als unumstößlicher Grundsatz verkündet wird, ist der verheerende Irrtum namens Glauben. Wer glaubt, hat sich dazu entschlossen, sich neben der schnöden Natur und Gesellschaft noch eine weitere, angebliche Wirklichkeit zu imaginieren. Insofern ist die Frage, ob Gott eine menschliche Erfindung ist, aus dem Munde eines Gläubigen nicht ernst gemeint. Er hat sie bereits durch den Glauben grundlos verneint. Ganz folgerichtig findet sich im vorliegenden Artikel auch kein einziges Argument für die Behauptung, Gott sei keine Erfindung von Menschen. _________________________ Ein kleiner Hinweis auf eine Auffälligkeit: Egal, ob es um die Papiermacherkunst oder den Gebrauch von Feuer oder die Erfindung von Sprache geht, überall bricht ein edler Wettbewerb darum aus, wer, wann und warum wohl als erster draufgekommen ist. Bei der verhängnisvollen Erfindung von Gott will es aber wieder mal keiner gewesen sein. Das könnte zu denken geben.

"Ist Gott eine Erfindung des Menschen?"
Diese Frage könnte auch lauten:
"Ist Gott mit dem menschlichen Verstand fassbar?"
Die Antwort gilt für beide rhetorischen Fragen gleichermaßen: Nein!
Das Wort "Gott" ist eine Reduktion auf vier Buchstaben für das allumfassende transzendente Wesen.
Gott ist nicht definierbar und nicht personifizierbar.
Aber: Gott ist spürbar, wahrnehmbar und erkennbar.
Ps 45, 11: "Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin."
In der Stille, der Meditation, der Kontemplation, der unio mystica "widerfährt dem Menschen etwas. Es ist ein Erwachen zu unserem wahren Wesen in Gott." (Williges Jäger)
Solch eine Spür-Erfahrung ist nicht übertragbar, nicht übermittelbar, sondern bestenfalls beschreibbar.
Gott ist somit keine menschliche Erfindung.
Gottist das SEIN im Menschen und durchden Menschen in dieser Welt.
"Ich habe keinen Gott,aber Gott hat mich."

Seiten

Neue Lesermeinung schreiben

Respekt!

Wir freuen uns über einen anregenden Meinungsaustausch. Wir begrüßen mutige Meinungen. Bitte stützen Sie sie mit Argumenten und belegen Sie sie nachvollziehbar. Vielen Dank!

Damit der Austausch für alle ein Gewinn ist, haben wir Regeln:

  • keine werblichen Inhalte
  • keine Obszönitäten, Pornografie und Hasspropaganda
  • Wir beleidigen oder diskriminieren niemanden.
  • keine nicht nachprüfbaren Tatsachenbehauptungen
  • Links zu externen Webseiten müssen zu seriösen journalistischen Quellen führen oder im Zweifel mit einem vertretbaren Prüfaufwand für die Redaktion verbunden sein.

Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge zu bearbeiten, macht dies aber stets kenntlich. Wir zensieren nicht, wir moderieren.
Wir prüfen alle Beiträge vor Veröffentlichung. Es besteht kein Recht auf Publikation eines Kommentars.

VRK