Einmal in der Woche...

Andreas Heddergott/SZ Photo/Sueddeutsche Zeitung Photo

Einmal in der Woche bringt Cordula Theiler, 54, Kinder ins Gefängnis, obwohl sie nichts verbrochen haben

Wieso? Für die Initiative „kid mobil“ begleitet die frühpensionierte Lehrerin Kinder zu ihren inhaftierten Müttern. Sie hätten sonst lange Zeit keine Möglichkeit, sich zu sehen. Cordula Theiler holt die Kinder vom Vater, von der Pflegefamilie oder vom Kinderheim ab und begleitet sie zur Justizvollzugsanstalt. Die jüngsten Kinder sind zehn Monate alt, die ältesten zwölf Jahre.

Und dann? Verbringen die Kleinen die Besuchszeit ganz allein mit ihrer Mutter. Sie malen, spielen und kuscheln, in der Adventszeit basteln sie. Cordula Theiler wartet solange draußen vor dem Gefängnis. Für ihren Einsatz sind ihr die Kinder sehr dankbar: „Ein Mädchen nannte mich einmal ihre Beschützerin“, sagt Cordula Theiler.

Wie kommt das Angebot an? Kinder und Mütter sind froh, Kontakt zueinander halten zu können. Die Chancen stehen gut, dass sich ihre Beziehung nach der Entlassung gut weiterentwickelt, glaubt die Tamar-Straffälligenhilfe für Frauen, bei der sich Cordula Theiler engagiert. Die Beratungsstelle wird getragen vom Sozialdienst katholischer Frauen.

Mehr Engagierte zeigt die chrismon-Kampagne "Ich kann nicht anders"

Leseempfehlung

Gisela Mayer verlor eine Tochter in Winnenden, Johannes Kneifel hat vor 13 Jahren einen Mann getötet
Eine Entschädigung für Sicherungsverwahrte? Das irritiert - und spricht doch für den Rechtsstaat
16499
14407

Neue Lesermeinung schreiben

Wir freuen uns über einen anregenden Meinungsaustausch. Wir begrüßen mutige Meinungen. Bitte stützen Sie sie mit Argumenten und belegen Sie sie nachvollziehbar. Vielen Dank! Damit der Austausch für alle ein Gewinn ist, haben wir Regeln:

  • keine werblichen Inhalte
  • keine Obszönitäten, Pornografie und Hasspropaganda
  • wir beleidigen oder diskriminieren niemanden
  • keine nicht nachprüfbaren Tatsachenbehauptungen
  • Links zu externen Webseiten müssen zu seriösen journalistischen Quellen führen oder im Zweifel mit einem vertretbaren Prüfaufwand für die Redaktion verbunden sein.

Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge zu bearbeiten, macht dies aber stets kenntlich. Wir zensieren nicht, wir moderieren.
Wir prüfen alle Beiträge vor Veröffentlichung. Es besteht kein Recht auf Publikation eines Kommentars.

Lesermeinungen