Was sagen die Kirchen zur Organspende?
Ein neues Gesetz wird Bewegung in die Transplantationsmedizin bringen: Die Spitzen der Bundestagsfraktionen und der Regierung haben im November beschlossen: Jeder erwachsene Bürger soll einmal in seinem Leben nach seiner Bereitschaft zur Organspende befragt werden. An die Stelle der Zustimmungslösung tritt die Entscheidungslösung. Die Politiker erhoffen sich, dass dadurch die Zahl der Spender deutlich steigen wird.
Die evangelische und die katholische Kirche in Deutschland haben im Jahr 1990 in einer gemeinsamen Erklärung eine Organspende als Zeichen von Nächstenliebe bezeichnet. Von einer Pflicht zu spenden könne aber keine Rede sein. Sie betonen vielmehr deutlich die Freiwilligkeit der Spende und heben die Würde des sterbenden und des toten Menschen hervor.
Wie Organspende und Auferstehungshoffnung zusammenhängen
Die Kirchen haben einiges mehr zum Thema zu sagen als: Es muss mehr gespendet werden, und wir räumen für die Medizin ethische und religiöse Bedenken zur Seite. Manche religiösen Vorbehalte haben sich ohnedies inzwischen selbst erledigt. So pochte 1930 die katholische Kirche in ihrem Papier „Casti Connubii“ noch auf die Unversehrtheit des menschlichen Körpers und lehnte sogar Amputationen ab – außer in akuter Lebensgefahr. Sie stellte sie auf eine Stufe mit Selbstverstümmelungen. Dass die Kleriker so dachten, hing mit ihrer Sicht auf Tod und ewiges Leben zusammen: Für die leibliche Auferstehung der Toten sei ein unvollständiger Körper weniger gewappnet als ein vollständiger.
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Aus diesem Grund war lange Zeit auch eine Feuerbestattung für katholische Christen undiskutabel. Und ein weiteres Argument spielte dabei eine Rolle: Gott Gott ist nach einer gängigen Vorstellung „das höhere Wesen, das wir verehren“. In Heinrich Bölls Erzählung „Doktor Murkes gesammeltes Schweigen“ lässt jedenfalls ein Kulturpapst „Gott“ aus seinen Radiovorträgen herausschneiden und durch diese Wendung ersetzen. Gott gilt als Grund alles Seins, hat aber – anders als eine unpersönliche Schicksalsmacht – zugleich auch eine personale Seite, an die sich der Mensch im Gebet wenden kann. Gott kann nicht bewiesen, sondern nur geglaubt werden. Für den Gläubigen ist Gott keine Annahme, sondern Wirklichkeit und transzendentes, also jenseitiges Gegenüber. Die monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam gehen davon aus, dass sich alles, was ist, auf Gott zurückführen lässt. So bleibt in diesen Religionen die Frage offen, wie derselbe Gott, der das Gute will, auch das Leid und das Böse zulassen kann. ist Herr über Leben und Tod, er allein hat Verfügungsgewalt über den Menschen – in diesem Fall bis in die Unversehrtheit des toten Körpers hinein. Dieser Gedanke begegnet einem bis heute bei den Themen Abtreibung oder Pränataldiagnostik, kaum noch aber beim Thema Transplantation.
"Ethik Ethik und Moral werden oft als Begriffspaar benutzt. Schon allein daraus lässt sich erkennen, dass beide Bezeichnungen nicht synonym sind. Unter Moral versteht man meist eine Sittenlehre, die nicht selten bis ins Detail hinein Verhaltensnormen festlegt. Dem gegenüber geht es in der Ethik stärker um die Begründung von sittlichen Normen. Statt einen Kodex wünschenswerter Verhaltensweisen aufzustellen, analysieren Ethiker, welche Rahmenbedingungen zu welchen ethischen Entscheidungen führen, wo Freiräume für solche Entscheidungen liegen und wie unterschiedliche sittliche Ziele gegeneinander abzuwägen sind. Fachleute für Moral legen den Schwerpunkt ihrer Überlegungen meist eher auf die Verbindlichkeit der Normen, Ethiker behalten die Gewissensfreiheit und die Verantwortung des Einzelnen konsequenter im Blick. In der theologischen Wissenschaft ist bei Katholiken häufiger von Moral, bei Protestanten häufiger von Ethik die Rede, was auch ein Hinweis auf Unterschiede im Wissenschaftsverständnis zeigt. der Interessen" kontra "Ethik Ethik und Moral werden oft als Begriffspaar benutzt. Schon allein daraus lässt sich erkennen, dass beide Bezeichnungen nicht synonym sind. Unter Moral versteht man meist eine Sittenlehre, die nicht selten bis ins Detail hinein Verhaltensnormen festlegt. Dem gegenüber geht es in der Ethik stärker um die Begründung von sittlichen Normen. Statt einen Kodex wünschenswerter Verhaltensweisen aufzustellen, analysieren Ethiker, welche Rahmenbedingungen zu welchen ethischen Entscheidungen führen, wo Freiräume für solche Entscheidungen liegen und wie unterschiedliche sittliche Ziele gegeneinander abzuwägen sind. Fachleute für Moral legen den Schwerpunkt ihrer Überlegungen meist eher auf die Verbindlichkeit der Normen, Ethiker behalten die Gewissensfreiheit und die Verantwortung des Einzelnen konsequenter im Blick. In der theologischen Wissenschaft ist bei Katholiken häufiger von Moral, bei Protestanten häufiger von Ethik die Rede, was auch ein Hinweis auf Unterschiede im Wissenschaftsverständnis zeigt. der Würde"
Die kritischen Nachfragen der beiden Konfessionen haben heute viel mehr mit ethischen Grundsatzproblemen zu tun. So dürfen sie durchaus ein Warnsignal aufziehen, wenn Transplantationsbefürworter den Eindruck vermitteln: Die Zustimmung zur Spende gehe nur die unmittelbar beteiligten Personen etwas an, also Spender, Empfänger, Ärzte. Richtig ist: Es gibt Prinzipien, die den Interessen der beteiligten Personen übergeordnet sind, nämlich die Würde und die Freiheit des Menschen. Da stehen in der Debatte oft eine „Ethik Ethik und Moral werden oft als Begriffspaar benutzt. Schon allein daraus lässt sich erkennen, dass beide Bezeichnungen nicht synonym sind. Unter Moral versteht man meist eine Sittenlehre, die nicht selten bis ins Detail hinein Verhaltensnormen festlegt. Dem gegenüber geht es in der Ethik stärker um die Begründung von sittlichen Normen. Statt einen Kodex wünschenswerter Verhaltensweisen aufzustellen, analysieren Ethiker, welche Rahmenbedingungen zu welchen ethischen Entscheidungen führen, wo Freiräume für solche Entscheidungen liegen und wie unterschiedliche sittliche Ziele gegeneinander abzuwägen sind. Fachleute für Moral legen den Schwerpunkt ihrer Überlegungen meist eher auf die Verbindlichkeit der Normen, Ethiker behalten die Gewissensfreiheit und die Verantwortung des Einzelnen konsequenter im Blick. In der theologischen Wissenschaft ist bei Katholiken häufiger von Moral, bei Protestanten häufiger von Ethik die Rede, was auch ein Hinweis auf Unterschiede im Wissenschaftsverständnis zeigt. der Interessen“ und eine „Ethik Ethik und Moral werden oft als Begriffspaar benutzt. Schon allein daraus lässt sich erkennen, dass beide Bezeichnungen nicht synonym sind. Unter Moral versteht man meist eine Sittenlehre, die nicht selten bis ins Detail hinein Verhaltensnormen festlegt. Dem gegenüber geht es in der Ethik stärker um die Begründung von sittlichen Normen. Statt einen Kodex wünschenswerter Verhaltensweisen aufzustellen, analysieren Ethiker, welche Rahmenbedingungen zu welchen ethischen Entscheidungen führen, wo Freiräume für solche Entscheidungen liegen und wie unterschiedliche sittliche Ziele gegeneinander abzuwägen sind. Fachleute für Moral legen den Schwerpunkt ihrer Überlegungen meist eher auf die Verbindlichkeit der Normen, Ethiker behalten die Gewissensfreiheit und die Verantwortung des Einzelnen konsequenter im Blick. In der theologischen Wissenschaft ist bei Katholiken häufiger von Moral, bei Protestanten häufiger von Ethik die Rede, was auch ein Hinweis auf Unterschiede im Wissenschaftsverständnis zeigt. der Würde“ einander gegenüber (Wolfgang Huber).
Der Blick auf Würde, Freiheit und Integrität des Menschen wirft Fragen über Fragen auf. Zum Beispiel nach dem christlichen Menschenbild. Für Christen ist die menschliche Person mehr als der- und diejenige, die die Welt um sich herum wahrnehmen und eigenständig agieren können. Ist etwa nur ein bewusstes Leben menschliches Leben?
Es fragt sich auch: Welche Bedeutung hat der Hirntod? Ist er der Tod schlechthin oder nur eine Stufe des Sterbens? Das Herz eines Hirntoten kann eventuell weiterschlagen, der Stoffwechsel weiterfunktionieren. Vielleicht gibt es sogar noch ein Schmerzempfinden. Manche evangelische Ethiker und Theologen sagen: Mit dem Hirntod ist das Leben nicht zu Ende, sondern es geht zu Ende. Eine intensivmedizinische Behandlung könnte deshalb ein fragwürdiger Eingriff ins Sterben sein, da es das Sterben verlängert. Es gab Fälle, in denen Hirntote „am Leben“ gehalten wurden, zum Beispiel bei einer Frau, die ihr Kind austragen sollte, was dann doch nicht gelang.
Nur der Spender selbst darf die Zustimmung geben
Zur Freiheit des Menschen gehört nach evangelischer Auffassung, dass nur der Sterbende die Zustimmung zur Organspende geben darf. Angehörige dürfen sie nicht anstelle des betroffenen Spenders treffen. Sie dürfen den Ärzten allenfalls mitteilen, ob der Sterbende die Spende ausdrücklich gewollt hat. Weitherzige Interpretationen sind ethisch problematisch.
Es ist gut, nein: es ist notwendig, dass sich mehr Menschen zur Organspende bereiterklären. Das sagen auch die Kirchen. Es ist dann gut, wenn die Spender es aus freien Stücken tun.

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