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Kann man Gott beleidigen? Was Blasphemie ist und was berechtigte Ironie

Kann man Gott beleidigen? Der Vorwurf der Blasphemie ist schnell erhoben, wenn religiöse Symbole verfremdet werden. Aber manche Ironie und Satire sind mehr als berechtigt

Der Düsseldorfer Maler Siegfried Anzinger, ein Österreicher mit einem ausgeprägten Hang zu religiösen Motiven, konnte im Mai seine Ausstellung in der katholischen Gemeinde und „Kunst-­Station“ Sankt Peter in Köln nicht zeigen. Es hatte Streit mit dem Kunstbeirat und dem Pfarrer der Gemeinde über einige Bilder gegeben. Eines zeigt ein gekreuzig­tes Schwein, dem ein Mensch mit der Lanze in die Brust sticht – ähnlich wie es ein ­römischer Soldat in der Leidensgeschichte Jesu getan hat. Zwei weitere Schweine, eher Ferkel, laufen über den Querbalken des Kreuzes.

Das gekreuzigte Schwein: eine Zumutung für Gottesdienstbesucher

Bei einem anderen Bild spielt offensichtlich ein erigierter Phallus mit Schlange eine Rolle. Der Pfarrer der kunstsinnigen Gemeinde hatte den Maler gebeten, auf diese Motive bei der Ausstellung zu verzichten. Seine Begründung: In Sankt Peter fänden Gottesdienste, auch Kindergottesdienste, und Taufen statt. Das gekreuzigte Schwein wäre eine Zumutung für manchen Gottesdienstbesucher.

Sowohl der Pfarrer als auch der künstlerische Leiter des Beirats versuchen, das Wort Blasphemie, Gotteslästerung, zu vermeiden. Nicht aber der Maler. Die Gemeinde habe Angst vor einer „blasphemischen Interpretation seitens der Gläubigen“, schreibt er in einer Erklärung.

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Der Titanictitel mit Jesus? Mh, heute würde ich wohl einen Leserbrief schreiben. Teil 1 des Podcast-Gesprächs zum Religion für Einsteiger im Juli 2012

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Es gibt auch ein Recht auf schlechte Kunst. Teil 2 des Podcast-Gesprächs zum Religion für Einsteiger im Juli 2012

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Von Blasphemie spricht niemand gern. Wer sie beklagt, weckt schnell den Verdacht, religiös konservativ zu sein. Kann es überhaupt so etwas wie Blasphemie, Gotteslästerung, geben? Lässt sich Gott beleidigen? Sicherlich gibt es verständliche Gründe, sich gegen Gott aufzulehnen – das kommt, siehe Hiob, auch in der BibelDie Bibel (griechisch „biblia“ = Bücher) ist die Heilige Schrift der Christen. Die Bibel ist in das Alte und in das Neue Testament aufgeteilt. Das Alte Testament ist ursprünglich in Hebräisch geschrieben. Es beginnt mit der Schöpfungsgeschichte und enthält neben den Urgeschichten der Menschheit Prophetenbücher, Weisheitstexte und die Geschichte des Volkes Israel. Viele Schlüsseltexte der westlichen Kultur finden sich im Alten Testament, wie zum Beispiel die Zehn Gebote. Das Neue Testament ist ursprünglich in Griechisch geschrieben. Es enthält unter anderem die vier Evangelien, die vom Leben, von Kreuz und Auferstehung Jesu Christi erzählen, und eine Anzahl theologischer Briefe, von denen die des Apostels Paulus am wichtigsten sind. Bis ins 15. Jahrhundert wurde die Bibel fast nur in ihrer lateinischen Übersetzung (Vulgata) gelesen. Martin Luther übersetzte die Bibel von 1520 bis 1536 ins Deutsche. Alle christlichen Kirchen berufen sich in ihrer Lehre und in ihrer Praxis auf die Bibel, auf das Alte und das Neue Testament, als wichtigste Quelle. vor: wenn Menschen mit ihrem Schicksal hadern, sich von Gott verlassen fühlen. Es gibt zudem viele Gründe, sich künstlerisch, humoristisch, satirisch mit den Religionsgemeinschaften auseinanderzusetzen. Wo falsches Pathos, ethischer Rigorismus, überzogene Selbstdarstellung, provinzielle Selbstgefälligkeit regieren, kann Satire eine befreiende Wirkung haben. Da geht es aber im Grunde um menschliches Fehlverhalten. Gregor Hoff, Salzburger Theologieprofessor, sagte bei einer Tagung der Katholischen Akademie in Bayern: „Will man allen Ernstes Gott schützen? Blasphemie kennzeichnet ... eine falsche, weil unangemessene Rede von Gott. Angegriffen können sich, streng theologisch ge­sehen, nur die Gottesverehrer selbst sehen – und das im Karikaturenstreit mit gutem Grund.“

Menschlich-Allzumenschliches muss sich Ironie gefallen lassen

Im Christentum tut solche Art des Spotts oder der Satire längst nicht mehr so weh wie früher, anders als im Islam, wo die Mohammed-Karikaturen für große Unruhe sorgten. Mohammeds Bomben-Turban ironisierte aber das Thema Gewalt, es stellt nicht Mohammed selbst infrage. Auch hier ist es wichtig, auf die Intention zu achten. In allen religiösen Bekenntnissen menschelt es gewaltig. Doch während bei den Christen die Einsicht gewachsen ist, dass weite Teile des Glaubens von Menschen geprägt sind, gilt vielen Muslimen ihr Glaube als unhinterfragbar, weil direkt von Gott gestiftet und für alle Zeit in ihrem Bekenntnis festgelegt.

Menschen dürfen Respekt verlangen, auch in religiösen Fragen. Deshalb genießt ihr Bekenntnis auch den Schutz des deutschen Strafrechts. In der Piratenpartei gibt es allerdings eine Onlinediskussion darüber, ob nicht der Paragraf 166 des Strafgesetzbuches (StGB) ganz gestrichen werden sollte, also die Strafe für die Beschimpfung religiöser Bekenntnisse. Das Strafrecht hebt ja nur auf Situationen ab, in denen solche Beschimpfung „geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören“. Bei einer Gotteslästerung ohne anschließenden breiten Unmut in der Bevölkerung greift das StGB also nicht. Der Schutz der Glaubensinhalte selbst ist strafrechtlich nicht fassbar. Das ist auch richtig so: Wie sollte die Justiz auch über Glaubensinhalte urteilen? Trotzdem geht der Vorschlag der Piraten in die falsche Richtung, denn Paragraf 166 StGB schützt den gesellschaftlichen ­Frieden.

Schade um die abgesagte Ausstellung in Köln. Aber die Kunst-Station Sankt Peter ist eben keine Galerie, sondern eine aktiv genutzte Kirche. Und da gelten nun einmal die Regeln der Gemeinde.

Information

Vom Wert des Verbietens: Der Schriftsteller Martin Mosebach mit seinem umstrittenen Beitrag zur Blasphemie.
 

Leserkommentare

Panzerverkauf & Interview Kässmann vs. Braunbehrens

Werte Damen werte Herren. Offensichtlich hat es sich in ihren Kreisen noch nicht herum-gesprochen aber weder ihre noch sonst eine Kirche auf dieser Welt ist befugt im Namen Gottes über Recht und/oder Unrecht zu entscheiden. Individuen denen es in Zwei Jahrtausenden nicht gelungen ist den Menschen die Bedeutung von Gottes Geboten bezgl. ihrer universellen Anwendung beizubringen haben dieses Recht längst verwirkt. Individuen denen es nicht gelungen ist den Menschen die Bedeutung des Wortes "Seele" als Anteils-Eigner Gottes und als Individuelle Kirchen Gottes offenzulegen haben dieses Recht gleichfalls verwirkt. Weshalb werden sie liebe Frau Kässmann nicht Unternehmensberaterin oder betätigen sie sich fürderhin im Sozialen Bereich denn dies scheint mir ein ihrer Bildung entsprechendes Umfeld zu sein. Vor Gott sind alle Menschen gleich es gibt weder arme noch gibt es reiche was es aber gibt für ihn sind jene die sich jeweils und immer der Religion zur Profilierung und zur persönlichen Vorteilsnahme bedient hatten bzw. haben. Jene aber sind ihm ein Dorn im Auge den er so bald als nur möglich loswerden will. Mit freundlichen Grüßen IHR, mrstefanm60-creativ10.blogspot.com/2012/08/dea-news_13.-html

Danke an Gast vom 6. Juli

Danke an Gast vom 6. Juli 2012 - 23: 51, für den Beitrag. Menschen, deren Alltag durch Beleidigung durchdrungen ist, wissen nicht, was Beleidigung bedeutet, und glauben, durch Worte sich zu schützen. Aber ich glaube nicht, dass das Leben unter allen Umständen einen Wert hat, denn vor allem Deutschland ist, was Blasphemie betrifft, ein absolut negatives Vorbild. Ich glaube an den Himmel, und die vielen liebevollen Menschen, die mir begegnet sind, zeigen mir, dass ich recht habe. Diese Diskussion ist beispiellos negativ, und ich bitte die Redaktion, darüber nachzudenken, ob es richtig ist, sie in dieser provokativen Form fortzusetzen, und sie sodann hier zu entfernen. Eine übertriebene, pseudointelektuelle Sprache ändert nichts an der Tatsache, dass dieses heikle Thema in diesem öffentlichen Rahmen zur Diskussion ungeeignet ist. Der s.g.n. Zeitgeist ist reine Blasphemie, Jesus war kein Sektenführer, und die Aussage : "Mein Königreich ist nicht von dieser Welt." zeigt, dass der heutige Mangel an Mystik destruktiv wirkt, weil man keine Antworten auf Verunsicherung findet, die eine sich rasch verändernde Arbeitswelt und Umwelt, mit sich bringen, als die altbekannte Kränkung. Es braucht schon sehr viel Raum und Distanz, Reife, Demut, um Veränderungen offen zu begegnen. Ich möchte mich auch bei den anderen Kommentarschreibern bedanken, aber was Chrismon betrifft, so halte ich den Titel für "blasphemisch " genug , um eine verfehlte journalistische Absicht zu kritisieren. Allein die ersten Sätze unter dem Titel klingen suggestiv und "blasphemisch", und vor allem entblössend. Sie provozieren durch ihre journalistische Offenheit. Man erhält keine Gelegenheit, sich nicht zu äußern, dabei ist das Thema sehr banal. Der Künstler war wohl nicht sehr gut, weil ein gutes Kunstwerk darf auch provozieren, anregen, aber die Gemeinde ließ sich nichts vormachen, und verweigerte sich . Gut so, aber das hier zu einem so großen Thema zu stilisieren, finde ich zu viel des Guten, dann wäre es doch schon besser, das kleine "Werkchen " zu genehmigen, darüber ein wenig die Nase zu rümpfen, und zum anderen Bild überzugehen! Soviel an die Gemeinde. Klu(ch) sein, würde meine Oma sagen. Das nun ist Satire geeignet, Chrismon, aber hier mehr daraus zu machen ? Verfehlte Absicht. mfg G.

Tatsachenverdrehung

@Gast vom 24.8.2012, 19:48; "Lasset die Geister aufeinander prallen, aber die Fäuste haltet still!" Wer stört denn nun den Frieden? Derjenige, der mit Worten argumentiert oder derjenige, der mit Gewalttaten argumentiert? so arm, so arm, so arm........ Gemäß Luthers obiger Aussage dürfte es nicht die Spur eines Gotteslästerungsparagrafen geben. Der Prophet gilt auch hier nichts, im eigenen Lande! Dies schrieb ebsw.

Lästerung schadet den Menschen

Einerseits: Was wäre es für ein kleiner Gott, wenn ER durch eines, oder vieler seiner Geschöpfe, durch "Lästerung" in seiner Souveränität und Göttlichkeit beeinträchtigt würde? Andererseits: Was wäre es für ein Gott, wenn es IHM egal wäre, ob sich eines, oder viele seiner Geschöpfe, selbst oder einander schaden, indem sie "lästern"? In diesem Zusammenhang finde ich ein Zitat aus Matthäus 12,31 von Jesus interessant: "Darum sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung kann den Menschen vergeben werden; aber die Lästerung des Geistes kann den Menschen nicht vergeben werden." Mögliche Lesart: Keine Lästerung Gottes oder des Menschen, bleibt ohne rückwirkende schädliche Folgen für den Lästerer. Und es gibt ein Maximum an Lästerung, welches auch ein Maximum an Schaden für den Lästerer zur Folge hat. Es gibt ein letztes Urteil Gottes. Davon unbetroffen bleibt es Aufgabe des Staates für den "Frieden" innerhalb der Gesellschaft aufgrund "vorletzter Urteile" zu sorgen. Wenn irgendeine "Lästerung" diesen Frieden gefährden kann, hat er das Recht und die Pflicht einzugreifen.

"Kann man Gott beleidigen ? "

"Kann man Gott beleidigen ? " Chrismon ist eine solche Beleidigung, eine höhnische. Manchmal erkennt man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr , wie es im bekannten Sprichwort heißt ! Aber die Masse entscheidet, doch seit wann ist die Masse im Recht ? Die Masse bei Laune zu halten ist das eine, und hier offenbar das einzige.

Liebesbefehl

Autor des folgenden Beitrages ist Iwan der Schreckliche. Gast schrieb am 11. Juli 2012 um 16:39: "Seit wann lässt sich Liebe verordnen?" Spätestens seit ein gewisser Jahwe von seinem auserwählten Volk Liebe gefordert hat. "Du sollst neben mir keine anderen Götter haben." In den Ausführungsbestimmungen dazu heißt es: "....Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir Feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen, an der dritten und vierten Generation; bei denen, die mich lieben und auf meine Gebote achten, erweise ich Tausenden meine Huld." (2. Mose 20, 3 und 5 bis 6 und Parallelstelle im Deuteronomium). Das ganze bekräftigt von Jesus, dem Herrn: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt (5. Mose 6,5). Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst (3. Mose 19,18)." (Matth. 22,37-39). Götter, Göttersöhne und die, die in der Nachfolge stehen, haben also überhaupt kein Problem damit, Liebe zu verordnen. _____________________________ Zitat: "Wieso ist erzwungene Liebe rechtschaffene Gesinnung." Rechtschaffene Gesinnung bejaht die Anforderungen, die andere an einen stellen und sucht sie zu erfüllen. Der rechtschaffene Mitarbeiter erledigt mit Engagement, was der Firmenchef ihm aufträgt, der rechtschaffene Bürger hält sich an das Gesetz, auch wenn gerade kein Polizist zuschaut und der rechtschaffene Christ liebt, wie verlangt, Gott und seinen Nächsten auch ohne dass es der Drohung mit der Hölle oder deren modernen Ersatzveranstaltungen bedarf. ____________________________ Zitat: "Ist das Christentum ein Puff???" In EINER Beziehung bestimmt nicht. Beim Puff ist klar, wer den Nutzen davon hat: Der Puffbetreiber. Wer den Nutzen vom Christentum hat, dessen Markenkennzeichen die Liebe ist, ist leider allgemein nicht bekannt. Es könnte allerdings bekannt sein. Dazu bedürfte es jedoch der Beendigung der Täuschung in der Frage, wie es mit den Zwängen und den Freiwilligkeiten in der modernen, vom Christentum ideologisch betreuten Gesellschaft, so steht. _____________________________ Ihre Fragen zeigen übrigens, dass Sie meinen Beitrag mit Aufmerksamkeit gelesen haben. Das ist in solchen Foren eher unüblich. Deshalb habe ich Ihnen gerne geantwortet und stehe bei Interesse auch für weitere Diskussionen zur Verfügung.

Blasphemie möglich?

an Iwan den Schrecklichen aus dem Absolutismus! Die Sprache verrät den Menschen.... Zitat Iwan:" Wer sich sicher ist, dass da ein Gott der Liebe sei, dem gefälligst mit Liebe, Verehrung, Anbetung und Vertrauen zu begegnen sei, ruft wie alle anständigen Bürger nach dem Kadi, wenn irgendwelche Unbotmäßige es an diesen Zeichen der rechtschaffenen Gesinnung und gebotenen Unterordnung fehlen lassen." Man bedenke die Gedankenkonstruktion - "dem gefälligst mit Liebe...zu begegnen sei". Seit wann lässt sich Liebe verordnen? Man möchte ausrufen: Was, du willst nicht!? Und die Hochzeit war so teuer! Wieso ist erzwungene Liebe rechtschaffene Gesinnung. Ist das Christentum ein Puff??? Das ist jetzt keine Blasphemie sondern eine ernst gemeinte Frage....

Sanftmütiger Jesus?

Autor des folgenden Beitrages ist Iwan der Schreckliche. Gast schrieb am 7. Juli 2012 um 17:29: "Gläubige, die mit der Verfolgung von "Gotteslästerung" liebäugeln, sind sich ihres Glaubens nun aber gar nicht so sicher." Keineswegs. Wer sich sicher ist, dass da ein Gott der Liebe sei, dem gefälligst mit Liebe, Verehrung, Anbetung und Vertrauen zu begegnen sei, ruft wie alle anständigen Bürger nach dem Kadi, wenn irgendwelche Unbotmäßige es an diesen Zeichen der rechtschaffenen Gesinnung und gebotenen Unterordnung fehlen lassen. Weder das Internet noch die Gottesverehrung sind rechtsfreie Räume! ____________________ Zitat: "Ganz im Unterschied zu Jesus, der sich mit einer Hand voll Getreuer auf den Weg gemacht hat. Von ihm ist nicht überliefert, dass er bei erfahrener Verhöhnung nach dem Richter gerufen hat, oder aber Fensterscheiben eingeworfen hätte." Von einem Beschreiten des Rechtsweges oder symbolischer Gewalt gegen Sachen weiß das Standard-Drehbuch des christlichen Glaubens, die Evangelien nämlich, in der Tat nichts zu berichten. Von zielgerichteter Gewalt gegen Personen aber schon: "Und Jesus ging zum Tempel Gottes hinein und trieb heraus alle Verkäufer und Käufer im Tempel und stieß um der Wechsler Tische und die Stühle der Taubenkrämer" (Matth. 21, 12)

Blasphemie möglich?

Per definitionem kann man Gott nicht beleidigen, denn wie es schon heißt, dass kein Spatz vom Himmel fällt, wenn es der Vater im Himmel nicht will, ist die Gotteslästerung dann eben auch im Plan Gottes enthalten - denn es gibt sie ja. Jedenfalls als menschliche Interpretation menschlichen Verhaltens. Wenn nun aber die "Gottesverehrer" sich angegriffen fühlen, welche Garantie haben wir, dasss immer ausgerechnet sie die Wahrheit gepachtet haben? Eine andere Frage ist der sogenannte Respekt in religiösen Fragen. Wieso haben gerade religiöse Fragen ein Vorrecht auf Respekt? Geht es nicht eher um religiöse Antworten, die sich anmaßen, nur respektvoll hingenommen zu werden. Will heißen kritiklos? Dieses Hinnehmensollen ist dann aber in unserer aufgeklärten Zeit berechtigterweise Ziel von allem möglichen Spott und Hohn. Eine andere Frage ist dann das Niveau der jeweiligen Auseinandersetzung. Das ist dann aber keine Sujetfrage mehr - "Gotteslästerung", sondern in den allermeisten Fällen eine Geschmacksfrage. Und DEN Geschmack gibt es nicht. Nur soviel kann noch gesagt werden: Gläubige, die mit der Verfolgung von "Gotteslästerung" liebäugeln, sind sich ihres Glaubens nun aber gar nicht so sicher. Ganz im Unterschied zu Jesus, der sich mit einer Hand voll Getreuer auf den Weg gemacht hat. Von ihm ist nicht überliefert, dass er bei erfahrener Verhöhnung nach dem Richter gerufen hat, oder aber Fensterscheiben eingeworfen hätte.

Kann man Gott beleidigen?

Diese Frage stellt man in der 07.2012 Ausgabe des Blattes “Chrismon“, die ich zufällig vor einem Wegwerfgang am Abfallcontainer erhielt. In der Ausgabe steht: "Von Blasphemie spricht niemand gern. Wer sie beklagt, weckt schnell den Verdacht, religiös konservativ zu sein. Kann es überhaupt so etwas wie Blasphemie, Gotteslästerung, geben? Lässt sich Gott beleidigen? Sicherlich gibt es verständliche Gründe, sich gegen Gott aufzulehnen....." Dann geht’s weiter: "Wo falsches Pathos, ethischer Rigorismus, überzogene Selbstdarstellung, provinzielle Selbstgefälligkeit regieren, kann Satire eine befreiende Wirkung haben." Nun, wird “Rigorismus“ unter anderem wie folgt gedeutet: unbeugsames, starres Festhalten an bestimmten, besonders moralischen Grundsätzen. Schlimm? Also, passen obige Feststellungen doch in die Ansichten der “Moderne“ prächtig herein. Diese Abschnitte allein demonstrieren ein für heutige Zeiten typisches Phänomen der Blasphemie der politischen Korrektheit und des Zeitgeistes. Eine Ursache hierfür läßt sich in der Entwicklung eines umfassenderen Phänomens, das sehr eng gefasst und in der Praxis ebenso eng gehandhabt und irrtümlicherweise als “Demokratie“ bezeichnet bzw. mißverstanden wird. Dieses hat inzwischen bedauerlicherweise in die Denkweise auch vieler anfälligen Kirchenkreise Einzug gehalten. Diese unterschiedslose mitläuferische Anmaßung, findet breite Ausprägung besonders in der hypersensiblen PK-Geisteskultur der BRD. Sie hat dazu geführt, daß die heilige Aufbewahrungsstätte des Tabernakels verbannt und durch eine sakrilegische Schaubühne, einen Werkbank aus Stein, ersetzt worden ist. Somit hat sie “ermöglicht“, daß die heilige Messe und ihre Liturgie erbeutet und entstellt, der HERR ausgestoßen und mittels anmaßender selbstdarstellerischer Schauspielvorsitzenden ersetzt werden konnten. Dabei ist das hochheilige Sakrament der Selbstaufopferung, die heilige Kommunion, in eine gotteslästerliche Stehimbissinszenierung verwandelt worden. Möglicherweise (oder “hoffentlich“), könnte an dieser Stelle die Feststellung helfen, daß AUSSCHLIESSLICH im erhabenen Sakrament der heiligen Eucharistie nach der Umwandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Jesu Christi, erhalten wir den Schutz und die Liebe des einzig wahren allumfassenden Gottes. In solchen Foren wie diese fehlt leider ausreichender Raum, über Statistiken bzw. Schriften zu diskutieren, die erhebliches über den Zustand und die Orientierung unserer heutigen Gesellschaft verraten. Zwar darf man solche Statistiken und Schriften auslegen wie man persönlich möchte, doch in einem kann man erfreulicherweise im Klaren sein: den selbsternannten, "modernen" "christlichen" Zentren läuft die Menschheit scharenweise davon. Verständlicherweise. Hierfür sei dem HERRN Dank. An dieser Abwanderung ist die Kirche selbst schuld: Selbstdarstellung, Menschen- statt Gottesbezug, “das Wort“ statt des Sakramentes, irdische nicht göttlich-himmlische Ausrichtung, Blasphemie (siehe oben), um bloß einige Verfehlungen zu nennen. Vielleicht unterlassen wir lieber an dieser Stelle einen Diskurs über das Verhalten bzw. die Verfehlungen heutiger selbstdarstellerischer “kirchlicher“ Amtsträger. Mit hoffnungsvollem Gruß, verbleibe ich, Horatio Nelson.

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