Als Haltung recht bequem

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All die Predigten über Demut und Genügsamkeit mag Alexander Grau nicht mehr hören. Wird da nur von eigener Verantwortung abgelenkt?

„Das letzte Wort“, so hob die Kanzlerin an, „hat Gott.“ Vor dem Evangelischen Arbeitskreis der CDU/CSU sprach Angela Merkel über menschliche Haltungen und Ethik im Beruf. „Das Wissen, dass es Unverfügbares gibt, ist ein Schutz vor Allmachts­fantasien und Machtmissbrauch“, sagte sie. Und daran schloss sich ihre Forderung: Mehr Demut in der Politik!

Nur wenige Monate später verlangte Matthias Sammer, damals Sportdirektor des DFB, von jungen Fußballprofis mehr Demut und erklärte auch sogleich, was er darunter versteht: „Respekt, Anstand, Ehrlich­keit und Bescheidenheit.“ Keine selbstverliebten Jungstars will Sammer, sondern Spieler, denen die Mannschaft wichtiger ist als der persönliche Erfolg.

Und schon 2009, wenige Monate nach der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers, hatte Alexander Dibelius, Deutschland-Chef von Goldman Sachs, in einem Interview mit dem „Spiegel“ „kollektive Demut“ in der Finanzindustrie gefordert. Abgesehen davon, dass „kol­lektive Demut“ ziemlicher Nonsens ist, verwundert auch Dibelius’ Begründung: Die Finanzbranche müsse „aufpassen, dass sich niemand als Elite isoliert“.

Wollen wir junge Menschen, denen die Gemeinschaft wichtiger ist als das Individuum?

Überall Bescheidenheit, Genügsamkeit und das Bewusstsein für die Grenzen des eigenen Tuns. Wie gut! Oder doch nicht? Schließlich sollten Politiker die Freiheitsrechte der Bürger nicht aus Demut gegenüber dem Unverfügbaren schützen, sondern aufgrund geltender Gesetze. Dass Menschen ehrlich und anständig sein sollten, steht ohnehin nicht zur Debatte. Wollen wir aber wirklich junge Menschen, denen die Gemeinschaft wichtiger ist als das Individuum? Das kommt einem gefährlich bekannt vor. Du bist nichts, dein Volk ist alles. Besser nicht.

Aber auch in anderen Zusammenhängen überkommt einen ein ungutes Gefühl, wenn einflussreiche Personen des öffent­lichen Lebens das Hohelied der Demut ­singen. Mitunter kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass da nur von der eigenen Verantwortung abgelenkt ­werden soll. Schließlich sind die wahren Schuldigen für Versagen und Scheitern unvorhersehbare Ereignisse und höhere Mächte. Richtig: Der Erfolg mancher Pläne, letztlich unseres ganzen Lebens, ist von Umständen abhängig, auf die wir selbst wenig Einfluss haben. Aber das bedeutet natürlich nicht, dass wir für die ­Folgen unseres Handelns nicht einstehen müssten. Demut kann auch sehr bequem sein. Es lässt sich gut mit ihr leben. Und vor allem: Der Weg von weiser Selbstbeschränkung zur elenden Kriecherei ist mitunter kurz.

„Hochmut kommt vor dem Fall“, heißt es in der Bibel in den Sprüchen Salomos (16,18). Und der Verfasser des Matthäus­evangeliums lässt Jesus sagen: „Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen de­mütig“ (11,29). Die biblischen Mahnungen zur Demut bringen einen neuen Akzent in die Ethiken der damaligen Welt. Denn zwar fordern die klassischen Tugendlehren der Antike Bescheidenheit und Mäßigung und verurteilen Hochmut mit Nachdruck – eine Aufforderung zur Demut findet sich dort jedoch nicht. Und auch in den „Weisheitsbüchern“ jener Zeit wird unablässig über unsere Endlichkeit, Begrenztheit und Ohmacht meditiert. Daraus folgt meist ein Aufruf, vernünftig und leidenschaftslos zu sein – nicht aber demütig.

Das änderte sich mit dem Aufstieg des Christentums. Innerhalb weniger Jahrzehnte wurde die Demut zur Kardinal­tugend erklärt, die alle anderen Tugenden erst ermöglicht. Sie wird Dreh- und Angelpunkt des christlichen Lebens, Voraus­setzung, Weg und Ziel aller Hinwendung zu Gott. Besonders nachhaltig spiegelt sich diese Überzeugung dann in den Ordens­regeln der mittelalterlichen Mönche, in ihrem Ideal eines asketischen Lebens in Gehorsam und Armut.

Dass das mittelalterliche Demutsideal überwunden wurde, ist ein Zeugnis tiefer Menschlichkeit


Weit über tausend Jahre war die Demut zentral für das christliche Selbstverständnis. Das hat sich gründlich geändert. Ein Grund hierfür sind die Reformation und Martin Luthers tiefe Skepsis gegenüber dem mittelalterlichen Demutsideal, insbesondere der Mönchsorden. Für Luther ist die zur Schau getragene Demut der Mönche nichts anderes als heimlicher Hochmut, eine Anmaßung. Genauso wenig, wie der Mensch in der Lage ist, sich durch gute ­Taten oder ein asketisches Leben gleichsam selber zu erlösen oder zu rechtfer­tigen, genauso wenig ist er in der Lage, ein demütiges Leben zu führen: Demut, die sich als solche weiß, ist eben keine mehr.

Luthers Kritik hat jedoch nicht allein theologische Gründe. In ihr zeigt sich auch, dass die Menschen jener Zeit aus dem ­mittelalterlichen Weltbild auszubrechen ­begannen. Die Vorstellung vom unter­würfigen Menschen war überholt. Und um es klar zu sagen: Dass das mittelalterliche und katholische Demutsideal überwunden wurde, ist kein Verlust, sondern ein Zeugnis tiefer Menschlichkeit: Frei sollte der Mensch fortan sein, verwegen und stolz. Mutig und, wo es sein muss, auch übermütig.

Aus den Einsichten der Reformatoren folgt jedoch kein Plädoyer für Hochmut, sondern für den aufrechten Gang, mittelbar für Aufklärung, Autonomie und Rationalität, für all jene Werte also, die den Predigern der Demut so verdächtig sind. Der Weg von der Verherrlichung der Demut zum Misanthropen und schließlich zum grausamen Inquisitor ist nicht weit. Wer Demut predigt, will nicht selten Demütigung. Dem gegenüber stehen die Ideale der Aufklärung und die Rechte des Individuums: Nicht demütig soll der Mensch sein, sondern furchtlos und selbstbestimmt sein ganz persönliches Glück suchen. Aber kann es heute so weitergehen mit dem grassierenden Egoismus, brauchen wir in Wirtschaft und Forschung nicht mehr Demut? Nein, eben nicht!

Demut kann Antrieb sein, um Grenzen immer weiter zu verschieben

Was wir brauchen, sind Menschen mit Sachverstand und Verantwortungsbewusstsein. Das aber hat mit Demut nichts zu tun. Demut ist nicht Voraussetzung dafür, ein besserer Manager, ein verantwortungsvoller Bankenchef oder Wissenschaftler zu sein, geschweige denn ein besserer Mensch. Wer meint, ohne Demut gebe es kein Verantwortungsgefühl, dem entgeht der entscheidende Punkt: Demut ist keine Tugend oder moralische Norm. Sie ist das Resultat dessen, was der evangelische Theologe Friedrich Schleier­macher (1768–1834) „Anschauung des Universums“ genannt hat. Im besten Fall vermittelt sie das Empfinden, Teil dieses Universums zu sein, dessen Dimensionen jedoch alle unsere Vorstellungen über­steigen. Es ist diese doppelte Erfahrung, die demütig macht: aufgehoben und zugleich ohnmächtig zu sein. Da geht es um etwas anderes als um eine Moralpointe in einer Politikerrede.

Diese Demut ist weder resignativ noch unterwürfig oder gar misanthropisch, also von Menschenverachtung geprägt. Aus ihr erwächst gerade der Stolz auf das, was Menschen in Kunst und Wissenschaft geleistet haben. Demut kann sogar der Antrieb sein, um Grenzen immer weiter zu verschieben, noch tiefer in die Physik subatomarer Teilchen vorzustoßen oder in die Weiten des Weltraums. Nur Mut! Lasst Forscher vermessen sein, Banker viel Geld verdienen, Politiker nach Macht streben und Sportler Rekorde jagen. Das Gegenteil einzuklagen ist Heuchelei oder Kleinmut. Zudem trägt die insbesondere in linksprotestantischen und zivilisationskritischen Milieus gepflegte Demutsrhetorik nicht selten autoritäre und menschenverach­tende Züge. Das ist kein Zufall. Wer Demut zur Tugend, also zu einer gesellschaftlich anerkannten Regel macht, will – im Namen eines höheren Ideals, einer Ideologie, einer Religion – Normen setzen, nicht der Freiheit Raum geben.

Wirkliche Demut ist eine intime, ganz persönliche innere Verfassung: gegenüber der Welt und der Unendlichkeit. Nehmen Politiker, Sportler, Banker vielleicht gerade deshalb das Wort Demut in den Mund, weil sie etwas von dieser Größe, dieser ­Unendlichkeit für sich und ihre Arbeit in Anspruch nehmen wollen? Merkels Warnung vor Machtmissbrauch, Sammers Forderung nach Bescheidenheit: alles legitim. Doch Demut, die für einen Zweck eingespannt wird, ist keine Demut mehr.

Alexander Grau

Alexander Grau, geboren 1968 in Bonn, studierter Philosoph, ist Wissenschafts- und Kulturjournalist. Er veröffentlicht zu Themen der Philosophie- und Ideengeschichte, insbesondere zur Philosophie-, Theologie- und Kulturgeschichte der Moderne. Sein besonderes Engagement gilt einem modernen, liberalen Protestantismus.

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Lesermeinungen

Demut und Gehorsam für euch. Die Definitionsmacht darüber für uns. Das ist die Kurzformel nach der heute immer noch große Teile in Wirtschaft, Kirche, Politik und großen Institutionen funktionieren. Kein Wunder so war es immer, doch soll es auch so bleiben? Danke für den Artikel!
Wenn ich demütig und gehorsam bin, fühle ich mich gut, dann bin ich richtig (sagen die anderen), dann gehöre ich dazu. Diese „Prägung“ verpassen wir unseren Kleinsten, teilweise im treuen Glauben. Dabei werden in Zukunft Menschen gebraucht die nicht geschwächt sind durch diese Doktrin. Menschen die um sich wissen, die sich spüren und so den anderen nicht schaden mit ihrer Macht. In der Bibel steht auch „Was du dem geringsten meiner Brüder angetan hast, das hast du auch mir angetan“ & „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Wenn das der Masstab sein darf, bin ich auch demütig und gehorsam ☺

Viele Worte wie das Wort DEMUT werden in öffentlichen Reden früher und auch jetzt immer wieder häufig benutzt und noch mehr missbraucht. Demut ist für mich Stille, etwas was ich mit meinem Herrgott ausmache. In vielem hat Alexander Grau recht; es hat schon einen seltsamen Beigeschmack, wenn Politker oder Banker sich hohl damit an die Brust schlagen. Mir sind solche Leute lieber, wenn sie mutig, überzeugt und und auch überzeugend Wege beschreiten, die eine deutliche Richtung anzeigen, auch wenn es für sie oft kräftigen Gegenwind erzeugt. Demut und Unterwürfigkeit wurden früher in einem Atemzug genannt, dass hat sich seit Luther Gott sei Dank gewandelt. Natürlich hat es danach immer wieder und auch zu oft und zu lange Zeiten gegeben, wo Monarchen und Diktaturen diese Worte für sich zu nutzen trachteten. Darum, ihr Politiker und Banker, sprecht weniger darüber und handelt mehr danach.

"Doch Demut, die für einen Zweck eingespannt wird, ist keine Demut mehr." Wenn ich es richtig verstanden habe ist es für den Autor wichtig, die richtige und echte Demut zu erkennen. Also nicht die Demut vor herrschenden Staatssystemen oder die Demut vor mittelalterlichen Moralvorstellungen. Die richtige Demut liegt natürlich immer im Auge des Betrachters. Ein Banker der viel Geld verdient mag es als demütig empfinden dem goldenen Kalb zu folgen und demütig dem noch reicheren Banker zu huldigen. Was nimmt er jedoch mit in sein kaltes 1,2 Meter tiefes Erdloch? Den tollen Eichenholzsarg? Demut ist aus christlicher Sicht doch nicht auf weltliche Werte bezogen sondern auf das Verhältnis zu Gott. Kann ein christlicher Mensch denn demütig zu was anderem sein als zu Gott? Keine Demut kann deshalb ja keine Lösung sein, wenn man an Gott glaubt. Oder sollten Christen sich jetzt plötzlich über Gott stellen? Der Beitrag zu Doppelpunkt/Lebensart und Philosophie ist in diesem Sinne etwas undeutlich. Welche Demut ist den nun gemeint, die weltliche oder die überweltliche? Oder von einem anderen Standpunkt aus betrachtet die atheistische Demut oder die christliche Demut? Das ist für mich im Beitrag nicht ganz schlüssig zu erkennen.

Der Verfasser scheint Gott in seiner Argumentation nicht zu brauchen. Das ist der entscheidende Fehler. Demut meint nämlich Demut VOR GOTT - nichts anderes. Und diese Demut ist heute nötiger denn je.

Demut zu zeigen ist nur durch Taten möglich, die zeigen, daß sie um des größeren Ganzen und nicht aus Eigennutz erwachsen. Keinesfalls kann jemand behaupten "ich bin demütig" , denn "Demut, demütig" ist m.E.ein Begriff, der nur von außen bemerkt werden kann. Wer sich als demütig bezeichnet, ist es schon nicht mehr.
Von Golda Meir, die mit 70 Ministerpräsidentin von Israel wurde, ist überliefert, daß sie einen ihrer Minister beschied: Don't be so humble... you are not that great (Umgangsdeutsch übersetzt: Sei nicht so demütig... so groß(artig) bist du auch (wieder) nicht).
Wahre Demut verlangt Mut, besonders in dieser Zeit, wo die Selbstdarstellung oft wichtiger genommen wird als die geleistete Arbeit.

Lieber Herr Grau, Ihnen habe ich meinen ersten Leserbrief zu verdanken. Ich habe den Eindruck, Sie haben die Nazizeit nicht verstanden - dort ging es gerade nicht um Gemeinschaft - sonst wären alle Juden, Roma usw. aufgenommen worden und nicht so viele als Nichtzugehörige zur ‚Kaste‘ vergast worden. Gemeinschaft heißt immer: das Allgemeinwohl über das Einzelwohl zu stellen - also den typischen Teamplayer und nicht den Egozentriker. Weder Hitler noch Goebbels haben überhaupt an etwas anderes als an sich und ihre 'Bedeutung' gedacht - also der Psychopath, krankhafte Narzisst und das Wort Demut war ihnen ganz sicherlich 'unbekannt'.... Beim Lesen von ‚Narziss Goebbels‘ von Peter Gathmann und Martina Paul und den geschilderten Abläufen der damaligen Zeit kann es einem schaudern beim Vergleich zu heute. Es drängen sich viele Parallelen auf. Auch heute leiden wir unter Egomanen – seien es Investmentbanker, Kapitalisten (Kleidung aus Bangladesch beispielsweise), Spekulanten – schauen Sie sich die ungleiche Vermögensverteilung doch einfach mal an und fragen Sie sich, ob die Besitzer dieser Güter nun das Allgemeinwohl oder sich selber im Kopf haben. Ich habe schon öfters von Menschen Ihrer Generation solche Dinge gelesen und gerade das zeigt mir, dass ich mit den Parallelen nicht so falsch liege. Eine gute Beschreibung der beiden überwiegend agierenden Menschentypen der Nazizeit können Sie übrigens dem Buch ‚Das Enneagramm‘ von Richard Rohr und Andreas Ebert unter den Typen DREI und SECHS der Sufilehre finden. Ich möchte aber klar stellen - ich rede nicht von Populisten, die das Wort Demut oder Genügsamkeit nur zur Selbstdarstellung verwenden - Demut ist eine Charakterhaltung und der wirklich Demütige denkt nicht einmal darüber nach. Das ist so wie beim Gewissen oder Altruismus – der Mensch mit diesen Eigenschaften reflektiert diese gar nicht, weil sie zu ihm gehören und selbstverständlich sind. Vielleicht denken Sie mal über das Ich und Wir ein wenig nach – gutes Gelingen wünscht Uschi

Demut ist keine überholte Haltung. Demut ist nicht zu verwechseln mit Unterwürfigkeit und Resignation vor den Anforderungen des Lebens. Demut erfordert tägliche Rückbesinnung auf die Ursache der Talente und Erfolge, damit der erfolgreiche Einsatz seiner Talente nicht an Bodenhaftung verliert. Wie schnell verfällt man in Allmachtgedanken, wenn einem viel gelingt. Wie schnell vergißt man, wie viele Menschen und wie viele Umstände an den Erfolgen mitgewirkt haben, und wie schnell können sich alle Erfolge verflüchtigen, ohne daß man selber Einfluß darauf nehmen konnte. Mit dankbaren Gedanken an andere, auch an den Schöpfer seiner Talente, verliert man nicht den Boden unter den Füßen und wird nicht abheben in Selbstüberschätzung. Erst mit dieser demütigen Haltung werden die Erfolge segensreich für alle.
M.E.ist es den Vertretern aller Kirchen nicht gelungen, junge Menschen mit der Deutung der Worte der Bibel zu erreichen. Warum? weil die Kirchenvertreter die wichtigen Lebensprinzipien, festgehalten in der Bibel, nicht an den Zeitgeist anpassen, was unumgänglich ist, damit die Bibel als Menschheitsgeschichte wahrgenommen werden kann. die Kirche hat so viel Unrecht im Namen Gottes gemacht, daß es Zeit ist, endlich mal die Bibel wahrheitsgemäß in unsere Zeit zu transformieren. es gab keine unbefleckte Empfängnis und Jesus ist kein menschgewordener Sohn Gottes, sondern ein von Gott erleuchteter Mensch, ein Vermittler zwischen Gott und den Menschen. und wenn man diesen Prinzipien folgt, so wird man Gott nahe kommen, der in jedem Menschen wirkt, wenn man in sich kehrt und ihn zu Wort kommen läßt. wir Christen müssen aufhören uns über die anderen Religionen zu erheben, indem wir Jesus zu Gottes Sohn erklären...damit erreichen wir keinen hilfesuchenden Menschen, sondern machen die Christen eher überheblich, was Jesus gerade nicht wollte!!!!!

Es spricht Bände, dass Alexander Grau ausgerechnet mit Angela Merkel seinen Artikel beginnt, der dann allerdings eher den Titel HEUCHELEI tragen sollte. Wenn die vier Kriterien "Respekt, Anstand, Ehrlichkeit und Bescheidenheit" für Demut gelten, hat die Kanzlerin nichts davon begriffen.
Oder wie kann man seine Meinung von heute auf morgen ändern? Wie kann man den Bürgern aus "Demut vor dem Unverfügbaren" schützen, in dem man ihm die Wahrheit verschweigt (lügt)? Wie kann man "Demut vor der Politik" fordern und sich selbst als Elite betrachten?

Keineswegs bin ich mit dem Autor einer Meinung, wenn er behauptet: "Der ERfolg mancher Pläne, letztlich unser ganzes Leben, ist von Umständen abhängig, auf die wir selbst wenig Einfluss haben" Das macht er sich wohl doch zu einfach, oder "Das ist als Haltung recht bequem!" Denn nur wer wenig Lust hat, etwas aus sich zu machen, nicht lernt, wenig arbeitet, anderen auf der Tasche liegt, immer die Schuld anderen zuschiebt, der wird sich in diesem Nest einrichten. Hoffen wir in "Demut und Genügsamkeit", dass das nur auf eine Minderheit zutrifft.

Dass auch die "Demut der Mönche" - also die Drückerei vor der Verantwortung für die Mitmenschen, das "sich selbst genügen", heute nur
noch in der katholischen Kirche eine Minirolle spielt, dürfte erstens mit dem Egoismus der Menschen und zweitens mit dem Wunsch nach Selbst-darstellung zusammenhängen, denn beides funktioniert in der Isolation der Zelle nicht.

Bleibt also nur, sich vor den Spiegel zu stellen und sich die ehrliche Frage zu stellen: vor was oder wem empfinde ich DEMUT?